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Kultur

Literatur zum elften Mal

Dienstag, 11. Januar 2011 | Text: Kathrin Rindfleisch | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Zum elften Mal gibt’s in diesem Jahr Literatur auf den Bühnen Kölns. Eines der größten Literaturfestivals Europas, die lit.COLOGNE, präsentiert vom 16. bis zum 26. März mit über 160 Veranstaltungen rund um das Buch Geschichten, Menschen, Hintergründe. Das Festival ist in den letzten zehn Jahren stetig gewachsen und ist mittlerweile bei Publikum und Künstlern gleichermaßen heiß begehrt. Über 40.000 Besucher, rund 300 Mitwirkende und knapp 30 Spielorte müssen organisiert, zusammengeführt, gehätschelt und versorgt werden. Die Schaltzentrale der „lit“, wie man das Festival liebevoll nennt, befindet sich mitten in der Südstadt. Die Maria-Hilf-Straße als Dreh- und Angelpunkt der europäischen Literaturszene – wir Südstädter haben es doch schon immer gewusst…

Vorlesen rockt?
Werner Köhler, einer der drei Macher der lit hat mir einen Einblick gewährt hinter die Kulissen dieses Festivals, dass  so  sehr fasziniert: es mobilisiert über 60.000 Menschen, wohlgemerkt NICHT zu einem Rock-Wochenende mit Deep Purple und den Rolling Stones, sondern zur Vorlesung. Jetzt ist es nicht so, als hätte es das nie gegeben, Menschen, die aus einem Buch vorlesen und andere, die diesen Geschichten lauschen. Die Oma im Schaukelstuhl macht das ohne Frage schon seit Generationen großartig, ganz zu schweigen von den Vorlesern im antiken Rom. Und immer dann, wenn ein Verlag, der Autor und die Buchhandlung einem Buch so gerne in das Regal eines Kunden verhelfen wollen, ja auch dann gibt es seit Jahren zwischen Jugendroman und Deutschlandatlas einen Tisch, ein Glas Wasser und einen Autor, der der versammelten Zuhörerschaft sein Buch durch Vorlesen einzelner, spannender Passagen schmackhaft machen möchte. ??Genau diese Vorlesesituation ist es, die der lit zu ihrer Geburt verholfen hat, denn diese Art von Lesung hat Werner Köhler lange genug organisiert um zu wissen, dass Interessen Einzelner mehr im Vordergrund stehen, als die Literatur. Gemeinsam mit Edmund Labonté und Rainer Osnowski haben sie ein bisschen fantasiert und sich ausgemalt, wie denn wohl ein Literaturfestival aussieht, bei dem alles richtig gemacht wird. Entstanden ist ein Festival mit Autoren, deren Büchern und Begegnungen mit Journalisten und Künstlern, zusammengestellt von drei unterschiedlichen Charakteren, völlig subjektiv und ohne Einmischung äußerer Interessen. Literatur um ihrer selbst Willen. Ein derartiger Idealismus ist bewundernswert, besonders wenn er in seiner ausgeprägten Form erfolgreich ist. Köhler, und Osnowski geben den Autoren, entgegen der üblichen Praxis, nicht nur die zu lesenden Textstellen vor, sie setzen den Autoren teilweise Vorleser zur Seite. Autoren die zwar wunderbar schreiben können, sich aber schwertun, vor einem großen Publikum zu lesen wird so geholfen. Verletzter Künstlerstolz zum Trotz, gibt ihnen ihr Erfolg recht und schon so mancher Autor hat ihnen, nach anfänglichen Unmut, eine gute Wahl bescheinigt.

Große Säle und immer noch zu wenig Platz?
Und nicht nur die Autoren geben dem Team recht, sondern eben auch die wachsende Schar an Zuhörern, die hoch erfreut zur Kenntnis genommen wird. Obwohl sie auch für eine Einschränkung sorgt, die Werner Köhler schon auch bedauert: kleine, charmante Spielstätten, unentdeckte Hinterhoftheater und Kellerräume mit improvisierten Sitzplätzen sucht man auf dem Festival vergebens. Mindestens 200 Menschen müssen Platz finden in den Räumen, die angefüllt mit  Literatur so viele begeistern. Trotz der großen Menge an Veranstaltungen und der unheimlichen Anzahl an Plätzen in den einzelnen Spielorten bekommt noch lange nicht jeder, der Interesse hat, eine Karte. Und so muss das lit-Team auch in diesem Jahr die Enttäuschten am Telefon vertrösten und ihnen gleichzeitig versichern, dass tatsächlich über 60.000 Karten im Umlauf waren.

Die lit.COLOGNE-Familie?
Was nach außen hin von Jahr zu Jahr größer wird, schweißt hinter den Kulissen immer enger zusammen. Werner Köhler spricht von der lit.COLOGNE-Familie, die sich zum gemeinsamen Mittagessen um den großen Holztisch im Besprechungsraum trifft, die in der Hochphase, also gerade zur Zeit, mit bis zu 20 Leuten auch mal Nächte durcharbeitet und die sich jedes Jahr immer wieder trifft: Zum gemeinsamen Projekt lit.COLOGNE. Die Familienliebe geht soweit, dass selbst die Fahrer der VIP-Shuttle zum festen Inventar gehören. Teilweise vor zehn Jahren als Studenten  begonnen, nehmen sie sich heute extra Urlaub, um in den zehn Tagen des Festivals Autoren, Künstler und Journalisten rechtzeitig zu den Spielstätten zu chauffieren. Da soll es Künstler geben, die nur von „ihrem“ Fahrer durch Köln gebracht werden möchten.

Wenn es wichtig ist wird´s groß?
Eingeschworen und trotzdem immer offen für neue Projekte unterstützt die lit diesem Jahr Amnesty International. Zum 50-jährigen Jubiläum füllen Künstler wie Herbert Grönemeyer, Michael Lentz, Götz Alsmann, Frank Schätzing und Nina Hoss die LANXESS Arena und schaffen so publikumswirksame Öffentlichkeit, die der Arbeit Amnesty Internationals den gebührenden Rahmen bietet. Dem Vorwurf, Literatur zu eventisieren, setzen die lit-Macher den Zweck entgegen, der in diesem Fall  auch nach 50 Jahren immer noch hochaktuell ist: das Sensibilisieren für die Missachtung der Menschenrechte auf der ganzen Welt.?Politisch wird die lit nicht aus Prinzip, sondern dann, wenn den Machern das Thema am Herzen liegt. So wird in diesem Jahr neben der großen Gala für die Menschenrechte, auch eine politisch aktive Menschenrechtlerin auf einer lit-Bühne zu hören sein. Lydia Cacho schreibt über moderne Sklaverei. Günter Wallraff wird dazu über seine Erfahrungen als Undercover-Ermittler vor unserer Haustür berichten, eine Konstellation, die Spannung verspricht und gleichzeitig auf Missstände aufmerksam macht.

Literatur für Kids?
Und noch etwas liegt den Machern Werner Köhler, Edmund Labonté und Rainer Osnowski am Herzen, Literatur für Kinder. Die lit.kid.COLOGNE zeigt ein Programm, dass berücksichtigt, dass Kinder anspruchsvolle Zuhörer sind, aber eben nicht stundenlang und dass Literatur richtig vermittelt Spaß macht. Herzstück der lit.kid sind die Patenschaften, die Firmen für Schulklassen übernehmen, um damit allen Kindern Literatur auf der Bühne zu ermöglichen.

Das elfte Mal mit „Meine Südstadt“?
Das elfte Mal lit.COLOGNE verspricht ein spannendes Programm mit bekannten Künstlern und Autoren und jeder Menge Neuentdeckungen zu werden. Die durch prominente Paten einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.?Hier in der Südstadt können wir uns unter anderem freuen auf Martin Walker & Peter Lohmeyer und dem Comiczeichner Ralf König in der Fachhochschule Mainzer Straße, auf Rose Tremain & Katharina Thalbach und dem türkischen  Kult-Künstler und Politiker Zülfü Livaneli zusammen mit Mario Adorf im Theaterhaus Comedia.

Das komplette Programm gibt es unter www.litcologne.de, „Meine Südstadt“ ist dabei und schnappt für Euch Spannendes, Wissenswertes und Aktuelles rund um das Literaturfestival auf.

 

 

Text: Kathrin Rindfleisch

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