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Gesellschaft

„Poll hatte ich schon seit ein paar Jahren im Kopf!“

Dienstag, 28. Januar 2020 | Text: Judith Levold | Bild: Judith Levold

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Sagt Südstädter Gary Meuser, der mitten im ehemaligen Gastraum des Ausflugslokals „Wiesenhaus“ steht. Das alte Haus und den Campingplatz aus den 60er Jahren gleich hinter der Rodenkirchener Brücke am Rhein hat er gerade mit drei Kompagnons zusammen gekauft. Darunter der Designer und Ex-Lindenstraßen-Momo Moritz Zielke.

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„Mein Freund David ist ja vor zwei Jahren nach Poll gezogen, mit Kleinkind. Er konnte sich keine Miete mehr in der Südstadt leisten.“ Arbeitet aber dort in seinem Lokal Epicerie auf der Elsaßstraße, sagt Gary. „Ich bin dann einfach öfter mal ,rübergefahren‘ und habe das irgendwie immer wie Urlaub empfunden, so von der Südbrücke aus am Rhein entlang. Und hab überlegt, ob das nicht auch als Stadtteil spannend ist.“

Neu-Campingplatzbetreiber Gary Meuser (rechts), Kerstin Wittmütz, Moritz Zielke

Über seinen Nachbarn habe er dann von dem Campingplatzverkauf erfahren und sei gleich ganz raschelig gewesen. „Ja, und dann hat das geklappt, dass wir den bekommen haben, obwohl da auch andere, sehr potente Entwickler Interesse dran hatten“, erzählt Gary Meuser. Er hat Volkswirtwirtschaft und Umweltwissenschaften studiert und interessiert sich für Unternehmungen, die irgendwie in der Nachhaltigkeitsszene „spielen“ – ein Bio-Hotel auf einer Nordseeinsel oder der Aufbau eines Lastenradvertriebs als Teilhaber bei CologneCargo zum Beispiel. „Irgendwie tragen Leute Projekte an mich heran, oft auch sowas Schräges, und das interessiert mich eben.“. Jetzt also Camping.

Campingmobile auf dem Wiesenhaus-Campingplatz in Poll

„Uns ist wichtig, hier eine Gemeinschaft zu schaffen, das ganz sanft zu verändern als Lebensraum. Also dass sich künftig hier eben klassische Dauer- oder Saisoncamper mit neuen Leuten, Tinyhouse-Besitzern, mischen.“. Das Konzept Tiny-House habe ihn schon länger fasziniert, weil es eben Ausdruck einer reduzierteren Lebensart sei, so Gary. „Es ist aber auch eine ganz gute Alternative zu den hohen Mieten, wenn man wenig Geld hat.“ ergänzt er. „Und das wollen wir hier auch etablieren. Es gibt ja spezielle Förderprogramme für den Tiny-House-Bau, zum Beispiel von der Ethik-Bank. Da bekommt man gute Kredite, um sich eins zu bauen – und wenn man dann 250 € für den Platz hier monatlich zahlt, dann kann man sich das auch als Student leisten.“

Tiny-Haus-Bau während des Designfestivals Passagen im Januar

Zig Anfragen hätten sie bereits, seit sie während des Designfestivals PASSAGEN Mitte Januar einen Workshop zum Tinyhouse-Bauen auf dem Campingplatz gemacht hätten: Innerhalb einer Woche hatten da ganz unterschiedliche TeilnehmerInnen von Sonderpädagogin über Kameramann bis zur Unternehmensberaterin gemeinsam mit Joschka Härdtner vom tinycollective Berlin eines dieser Winz-Häuschen gebaut. „Und jetzt wollen teilweise Leute, die hier schon Dauercamper sind, ´raus aus ihrem Wohnwagen und stattdessen ein TinyHouse bauen“, so Gary Meuser.

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Ihm gefalle das auch deshalb gut, weil es ökologischer sei als der klassische Wohnwagen. Es werde anders gedämmt und es würden andere Materialien verwendet.

Tinyhouse-Modell von Klemens Grund


Tinyhouse-Modell von Studio W

Auch sein Partner Moritz Zielke und dessen Frau, Architektin Wibke Schaeffer, haben Tiny Houses entworfen, deren Modelle man im Gastraum des Wiesenhaus-Lokals besichtigen konnte, ebenso wie die Modelle von Designer und Tischler Klemens Grund. Es gibt da Einiges an Auswahl, vor allem aber auch Typen, die man selbst bauen kann, siehe das Standard-Häuschen von tinycollective berlin, demnächst als Open Source-Modell im Netz zum Nachmachen.

tinycollective berlin

„Ein bisschen kann das auch ein Beitrag sein zu mehr bezahlbarem Wohnraum“ findet Gary Meuser, denn „ich habe gelesen, dass allein in NRW tund 30.000 Menschen auf Campingplätzen leben, und die meisten einfach, weil sie sich die Mieten nicht leisten könnten, von Vertreibung betroffen sind.“ Vertrieben wird bei den Wiesenhäusern niemand.

Campingplatz Wiesenhaus

„Alle Camper hier können natürlich bleiben, wir haben auch die zwei Angestellten der früheren Betreiber übernommen.“ so Gary Meuser.

Das Wiesenhaus-Haus, mit Café, Terrasse und Sanitäranlagen für Camper

Für April ist die (Wieder-)Aufnahme des Café-Betriebs geplant, damit auch Vorbeiradelnde, Spaziergänger oder Tiny-House-Neugierige im Wiesenhaus-Lokal rasten und den Rheinblick genießen können.

Text: Judith Levold

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