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Gesellschaft

PopUp-Quartier 2020: Severinsviertel

Freitag, 22. November 2019 | Text: Judith Levold | Bild: Judith Levold/Thorsten Fröhlich

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Etwa 50 Menschen waren ins Bürgerhaus Stollwerck gekommen, um an einem ersten Vorbereitungstreffen für ein Experiment im öffentlichen Raum teilzunehmen.

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Das Team der Agora Köln, von der Stadt beauftragt, die Nachbarschaftsaktionen im Rahmen des Bundes-Programms „Experimenteller Wohn-und Städtebau“ zu entwickeln und zu koordinieren, begrüßt die angenehme Mischung verschiedenster, und erfreulich vieler junger Leute im Saal. Die meisten von ihnen sind BewohnerInnen des Severinsviertels und noch ohne klare Vorstellung, was sie mit diesem städtischen Experiment an Möglichkeiten bekommen können.

Lust auf andere Nutzungen

Ich will darüber berichten, was für Ideen entstehen, welche sich durchsetzen und wie sie in den nächsten Monaten Gestalt annehmen, beschließe aber, mich darauf nicht zu beschränken: Ich habe Lust bekommen, mitzumachen und auch etwas vorzuschlagen. Eine Idee für die temporäre Anders-Nutzung einer Parkfläche habe ich schon, zusammen mit einem Anrainer im Severinsviertel und zusammen mit meinen KollegInnen vom NeuLand-Garten. Unser Severinsviertel als PopUp: Aber nicht mit temporären Geschäftsideen in leer stehenden Läden, sondern mit eben aufploppenden Gestaltungen mitten im Straßenraum. Ich bin mega gespannt drauf und berichte ab jetzt an dieser Stelle von jedem Treffen und jedem Vorschlag und jeder weiteren Entwicklung.

Notizen vom Veedelstreffen#1

Erst mal das Viertel erkunden

Die MitarbeiterInnen der Agora, schon erfahren im Gestalten nachbarschaftlicher Aktionen wie dem „Tag des guten Lebens“, stellen die Agenda des Abends vor – es soll in Arbeitsgruppen darum gehen, das Severinsviertel erstmal zu erkunden: Eine Gruppe überlegt sich Veedelsspaziergänge, um sinnvolle Plätze für die „Möglichkeitsräume“ im nächsten Jahr zu identifizieren. Ganz verschiedene Spaziergänge, vielleicht nur in einem Planquadrat, vielleicht entlang einer Route von ortsansässigen Initiativen, die man zum Mitmachen bewegen könnte. Eine andere Gruppe beschäftigt sich mit einem Namen für das Projekt, wieder andere mit der Organisation der noch folgenden Veedelstreffen. Auch konkrete Aktionen, Aufbauten und Gestaltungen der etwa zehn Möglichkeitsräume, die dann ab April 2020 auf dafür verfügbaren (Park-)Flächen umgesetzt werden sollen, kommen zur Sprache: Alles noch unausgereifte Ideen, die bis zum nächsten Veedels-Treffen im Januar ausgearbeitet und dort vorgestellt und „gepitched“ werden. Ein kleines Veedels-Budget gibt es auch, für Materialien, die die verschiedenen Aktions-GestalterInnen vielleicht benötigen, aber der DIY-Aspekt steht im Vordergrund.

Barcamp – Gruppenarbeit an wechselnden Thementischen

Was daraus wirklich entstehen wird, weiß heute noch niemand genau. Es schwirren Ideen durch den großen Saal, den das Stollwerck für diese Veranstaltung zur Verfügung stellt: Von Pflanzkästen und Bienenhotels, von mobilem Puppentheater, einer Tauschbox, einer öffentlichen Fahrradwerkstatt oder Sitzgruppen zum gemeinschaftlichen Kaffee-Trinken. Alles denkbar, alles noch unausgegoren. Die Stimmung ist angeregt, die Beteiligung intensiv.

Inspirierte Stimmung im Saal

Das Experiment, öffentlichen Raum temporär umzunutzen in einer Weise, die in erster Linie dem Gemeinwohl verpflichtet ist, verspricht spannend zu werden. Das Severinsviertel ist dafür als Modellviertel in Köln ausgesucht worden, es gilt anschließend zu prüfen, ob und wie es eine Übertragbarkeit auf andere Viertel gibt.
Mit dabei beim ersten Veedelstreffen ist auch ein städtischer Mitarbeiter aus dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik, dem Fahrradbeauftragten zugeordnet. Er stellt die Aktivitäten der Verwaltung vor, die im Severinsviertel schon spürbar seien: Die Fahrradspur auf der Ulrichgasse, zwei Mobilitätsstationen im Viertel und ein Fußverkehrskonzept „das in den letzten Zügen liegt und Ende des Jahres in die politischen Gremien geht“, wie er erzählt. Auch dass sein Amt bei der Gestaltung privater Fahrradabstellplätze behilflich sei, da, wo sie vor Wohnhäusern fehlten. Er erntet fast ständig ovations und an der Stelle bekräftigt Martin Herrndorf ihn „Das ist ja viel zu selten, dass die Stadtverwaltung mal Applaus bekommt!“.

Martin Herrndorf und seine Agora-KollegInnen

Martin Herrndorf vom Colabor in Ehrenfeld und auch Vertreter der Agora, fasst noch mal die Ziele dieses Programms zusammen: Eine Aufwertung des öffentlichen Raums für mehr Lebensqualität, eine Vernetzung möglichst vieler Akteure in einem Viertel, mehr Beteiligung und Begegnung im öffentlichen Raum, also „op dr Stross“. Mit von der Partie ist auch einer, der zwar nicht im Severinsviertel lebt, aber stadtweit aktiv ist: Dirk Frölich von der Initiative Wanderbaumallee des VCD. Er berichtet davon, wie er und seine MitstreiterInnen öffentliche Plätze zeitweise mit in Handkarren transportierten Bäumen zu grünen Hotspots machen, zuletzt in der Christianstraße in Ehrenfeld – die Handkarren mit den Bäumen drin dürfen im öffentlichen Raum „geparkt“ werden und es gibt sie auch in anderen Städten wie Stuttgart oder München. Angesichts von Kölns erklärtem „Klimanotstand“ sicher eine Aufwertung, zum Beispiel der Severinsstraße, denke ich. Und das passte auch gut mit der Initiative der Immobilienstandortgemeinschaft Severinsviertel zusammen, die in diesem Frühjahr schon Bäume in Pflanzkästen auf dem hinteren Teil der Severinstraße platziert hat.

Erste Bäume auf der Severinstraße seit Frühjahr 2019

Mitmachen? – Eine herzliche Einladung!

Wer beim ersten Veedelstreffen noch nicht dabei sein konnte, ist keineswegs „raus“ aus dem Projekt. Nicht nur, dass es im Januar und März noch weitere große Veedelstreffen geben wird, bei denen jeder -ob AnwohnerIn, Gewerbetreibender oder Verein- herzlich willkommen ist, nein, auch so genannte Veedels-Sprechstunden wird es geben, und zwar jeden 2. Montag im Monat im „Ohr“, im Ferkulum 8. Erste Sprechstunde im „Ohr“, einem PopUp-Versammlungsraum der jungen Initiative „Köln spricht“, ist am Montag 9.12. von 18-19:30h. Dem Team von der Agora kann man natürlich auch schreiben, unter vringsveedel@agorakoeln.de.
Das Team hat angekündigt, im Dezember ein Formular zu veröffentlichen, auf dem man im Vorgriff auf das nächste Veedelstreffen schon mal seine geplante Aktion anmelden kann – bis dahin gilt es, dafür möglichst MitstreiterInnen aus der Nachbarschaft zu finden und mobil zu machen.

Weitere Infos zum ersten Veedelstreffen:

So war das erste Treffen im Vringsveedel

Text: Judith Levold

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