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Kolumne

Rindfleisch duftet

Montag, 2. Juli 2012 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Alles begann damit, dass ich merkte, dass etwas fehlt. Und wie so oft bei Dingen, die einem fehlen, braucht es manchmal eine Weile, bis einem ihr Fehlen auffällt. Denn sie fallen ja nicht unbedingt immer  ins Auge oder kommen einem direkt in den Sinn. Sie sind ja nicht da.

So hat es also gedauert bis ich merkte, dass mir fehlt, was mir bei anderen Menschen angenehm – oder mitunter auch unangenehm – auffällt: ein Duft. Für alle, die sich jetzt augenrollend abwenden („Der Duft der Frauen OK, aber der der Rindfleisch?“) sei dies mit auf den Weg gegeben: Recht habt Ihr und dennoch, das Thema „Menschenduft“ betrifft uns alle. Die von uns, denen das bewusst ist, sind prinzipiell auf dem richtigen Weg. Finde ich. Sie möchten gerne selbst gut riechen und legen auch Wert darauf, dass andere sie gut riechen können.

Alles begann damit, dass ich merkte, dass etwas fehlt. Und wie so oft bei Dingen, die einem fehlen, braucht es manchmal eine Weile, bis einem ihr Fehlen auffällt. Denn sie fallen ja nicht unbedingt immer  ins Auge oder kommen einem direkt in den Sinn. Sie sind ja nicht da.

So hat es also gedauert bis ich merkte, dass mir fehlt, was mir bei anderen Menschen angenehm – oder mitunter auch unangenehm – auffällt: ein Duft. Für alle, die sich jetzt augenrollend abwenden („Der Duft der Frauen OK, aber der der Rindfleisch?“) sei dies mit auf den Weg gegeben: Recht habt Ihr und dennoch, das Thema „Menschenduft“ betrifft uns alle. Die von uns, denen das bewusst ist, sind prinzipiell auf dem richtigen Weg. Finde ich. Sie möchten gerne selbst gut riechen und legen auch Wert darauf, dass andere sie gut riechen können. Schwierig wird es dann, wenn diese Absichtlich-Duftenden des Guten zu viel tun. Also immer dann, wenn man im Vorübergehen das Gefühl hat, eine Douglas-Filiale zu stürmen oder noch viel schlimmer, immer dann, wenn man die fleischgewordene Douglas-Filiale kennt. Dann wirkt Duft abstoßend, aufdringlich, übertrieben. Andersherum, wenn also  zu wenig Duft da ist, bzw. kein guter, sondern ein unangenehmer, dann – ich weiß  ich nicht, wie ihr das seht –  bin ich abgeschreckt. Abgeschreckt von schlechtem Duft. Das ist misslich, wenn ich den Menschen dahinter noch gar nicht kenne und ihn allein über seinen Duft einordne. Und ihm im schlechtesten aller Fälle keine Chance gebe, weil ich ihn eben nicht riechen kann. Noch misslicher wird die Lage, wenn ich diesen Menschen kenne und irgendwann merke, dass ich ihn nicht mehr riechen kann. Da hilft dann gar nichts mehr. Ich bedaure das sehr, war da doch mal eine Beziehung zwischen diesem nun für mich übel riechenden Menschen und mir. Und nun soll alles aus sein? Wegen seines Geruchs?

Denke ich intensiver darüber nach, wird mir klar: das ist ein Grund. Und zwar ein guter. Der Duft eines Menschen ist nun mal  genauso sympathieentscheidend, wie Charakter und äußeres Erscheinungsbild.  Ich habe den Satz „Ich kann Dich gut riechen!“ schließlich nicht erfunden. Also, Duft ist entscheidend. Für gute Beziehungen. Deshalb wollte ich plötzlich unbedingt wieder duften. Gut am besten, so dachte ich, das kann nicht verkehrt sein. Zupass kam mir mein Parfumerie-Gutschein, seit Weihnachten noch uneingelöst. Also auf in eine bekannte Schönheitstempel-Kette. Alle, die schon einmal die heiligen Hallen des penetranten Duftes betreten haben, wissen, wovon ich spreche – das ist ein ambivalentes Erlebnis. Neben betörendem (oder sollte ich besser sagen betäubendem?) Duft, gibt es Angestellte der tussigen Art. Besondere Kennzeichen: Dürre, jede Menge Farbe im Gesicht und ultralange, gegelte Fingernägel. Während ich ich noch denke „Wem von denen  soll ich denn jetzt meine dufte Zukunft anvertrauen?“, kommt schon etwas Braungebranntes, top Frisiertes auf mich zu und fragt, was denn mir helfen könne. Ich denke „Vermutlich gar nichts“ und sage „ein neuer Duft“  und finde mich alsdann wieder mit Teststreifen voller Düfte. Düfte, die ich kaum unterscheiden kann. Vom allgegenwärtigen Duftmix im Laden generell, aber auch voneinander im besonderen. Dann aber die Überraschung: ich bleibe hängen! Bei einem Duft! Immer wieder! Er hat irgendwas mit mir und meinem persönlichen Sinn für guten Duft zu tun. Dass ausgerechnet ich und diese Marke da gleich ticken, da war ich bisher noch nie drauf gestoßen, aber schließlich geht es um nichts Geringeres als um den „Menschenduft“, und der ist eben erstens nicht zu unterschätzen und zweitens höchst individuell. Wie Sinn für Humor oder der Geschmack in Fleischfragen.

Ich dufte nun also. Ich, plus der Duft der Marke X, den ich schließlich per Gutschein kaufte. Das macht ein gutes Gemisch: die neue „KathrinRindfleischGesamtRieche“. Gut, wie ich finde. Nicht so gut, wie manch anderer finden wird. Nicht so wichtig, denke ich, habe ich doch zurück, was mir fehlte.

Text: Kathrin Rindfleisch

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