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Kultur

Skriva – schreiben lernen in der Südstadt

Dienstag, 4. Juni 2019 | Text: Antje Kosubek | Bild: Sarah Koska

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Einmal im Jahr treffen sich bei „skriva, der literatur werkstatt köln“ Autor*innen und andere Buchmenschen in der Kölner Südstadt „Treffen. Reden. Vernetzen. Lernen.“ ist das Motto. Hier kommen in Vorträgen und Workshops Verlagsautoren und Selfpublisher, Schreibstarter und Profis unterschiedlichster Genres zusammen.

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Angela Eßer und Elke Pistor gründeten diese Autorentreffen vor einem Jahr. Sie sind selbst Autorinnen und haben neben dem Schreiben lange Jahre Erfahrung als Dozentinnen und Organisatorinnen von Autorenfestivals. Themenschwerpunkte bei den Vorträgen und Workshops sind u.a.: „Tontechnik und Hörbuch für Autor*innen“, „Pressearbeit für Autor*innen“, „Sexszenen schreiben“ oder „Wenn der Salzstreuer zum Helden wird – Figurenaufstellung für Romanfiguren“. Wir haben mit Elke Pistor gesprochen, die „humorvolle Krimis mit Herz“ schreibt.

Wie kam es zu dem Namen skriva? Das ist schwedisch und bedeutet „schreiben“?
Ja, das stimmt. Wir suchten nach einem schönen Namen für unsere Literatur Werkstatt und dann fiel mir dieses Wort ein. Dazu muss ich sagen, mein Mann ist Schwede und daher kommt der Bezug zum Schwedischen.

Sie haben skriva 2018 mit Ihrer Kollegin Angela Eßer ins Leben gerufen, warum?
Wir wollten einen Rahmen für Workshops und professionelles Schreiben – ein ganzes Wochenende lang. Die Idee dazu gab es schon länger. Angela Eßer und ich hatten zuvor jahrelang die „Criminale“ organisiert. Das ist quasi die Berlinale für Krimi-Autor*innen. Das war ein Ehrenamt, das Angela 15 und ich seit vier Jahren ausübten.

Skriva - Schreiben lernen in der Südstadt

Foto: Elke Pistor

Im Laufe der Jahre ist uns dann aufgefallen, dass wir etwas brauchen, was nicht genrebezogen, sondern übergreifender ist. So wurde skriva aus der Taufe gehoben. Unsere Autor*innentagung ist genreübergreifend. Man muss erklärend dazu sagen, Autor*innen, auch Profis, leben auf ihren Genre-Inseln, wie im stillen Kämmerlein. Man kennt sich innerhalb des Genres, aber ist sonst eher wenig vernetzt. Ich habe das selbst erlebt, beim Branchentreff PAN (Phantastik Autoren Netzwerk), da kannte ich gerade mal fünf von ca. 150 Kolleg*innen. Dabei ist es sehr wichtig, den die grundlegenden Themen gehen alle an, egal, ob man Historische Romane, Thriller oder Liebesromane schreibt.

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Es gibt Abgrenzungen innerhalb der Genres, sowie diverse Abgrenzungen in der Literaturszene, wie der Unterschied zwischen ernsthafter und Unterhaltungs-Literatur. Da existieren in der Belletristik oft andere Schwerpunkte als für „ernste“ Autoren. Oder der Unterschied zwischen Verlagsautor*innen und Selfpublisher*innen. Vor einiger Zeit gab es eine Evaluation: früher waren es jahrelang die Krimiautor*innen, die in der Schmuddel Ecke der Literaturszene standen, jetzt sind es die Selfpublisher*innen. Dabei sagt das doch gar nichts über Qualität oder Nicht-Qualität aus. Wir wollen auch hier Grenzen abbauen. Zudem lernt man als AutorIn immer dazu. Ich komme selbst ursprünglich aus der Weiterbildungsbranche und bin ein Fortbildungsjunkie. Man hat nie ausgelernt, egal wie gut man sich findet, oder wie viele Bücher man bereits veröffentlicht hat. Es gibt immer Wege, es noch besser zu machen. Deswegen auch die Ideenwerkstatt und vielen Workshops für alle Interessierten.

Welche Voraussetzungen muss ich zu einer Anmeldung mitbringen? Darf ich als ‚Nichtautorin‘ kommen?
Ja und nein. Der Samstag ist ein klassischer Vortragstag, der ist offen für alle Interessierten – also wer z.B. mal hinter die Kulissen der Buchbranche schauen will, ist hier genau richtig. Da ist für jeden etwas dabei. Wer selbst schreibt oder auch „nur“ liest, erfährt eine Menge neues über das Bücherschreiben. Der Sonntag hingegen ist ganz den Workshops gewidmet. Es gibt in der Regel kaum oder nur wenige Fortbildungen für Autoren, die über die üblichen Schreibkursthemen hinausgehen. Viele wollen etwas Neues erfahren, das sie in ihrer Arbeit weiterbringt. Die Workshops richten sich deswegen an AutorInnen mit (ersten) Erfahrungen.

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Sind solche Tagungen auch wichtig wegen der Buch-Branchenkrise?
Unbedingt. Wir müssen uns über die Zukunft des Buches Gedanken machen. Die Buchbranche ist sehr im Wandel, weil vieles wegbricht. Die Buchbranche steht in einer wirtschaftlichen Krise. Mitte Februar meldete der Buchgroßhändler KNV Insolvenz an – eine Hiobsbotschaft für einen ohnehin schon schwächelnden deutschen Buchmarkt. Man muss sich fragen, wieso reagieren die Verlage seit Jahren hier nicht anders. Denn ein Buch ist immer noch ein Kulturgut, aber gleichzeitig auch eine Ware. Da gilt es den Spagat zu schaffen, zwischen betriebswirtschaftlichem Anspruch und kulturellem Wollen.

Skriva - Schreiben lernen in der Südstadt

Angela Eßer & Volker Kutscher (Elke Pistor)

Am Samstag findet zum Abschluss des Vortragstages „skriva – das Gespräch“ statt. Im letzten Jahr war Volker Kutscher, der Autor der Babylon Berlin Reihe zu Gast…
Volker Kutscher ist ein Publikumsmagnet. Gerade auch was seinen Werdegang und Hintergrund angeht. Das Gespräch mit ihm 2018 war sehr interessant. In diesem Jahr haben wir uns etwas Neues überlegt. Wir werden ein Plenum zu Gast haben. Dort diskutieren vier Gäste zum Thema: Wo stehen wir in fünf Jahren zum Beispiel mit den Vertriebswegen, den BuchhändlerInnen, den Self-PublisherInnen? Wir hoffen, dass wir das mit unseren Gästen diskutieren können und eine schöne Palette aufgetischt haben. Antje Deistler, WDR-Buchtipp und neue Leiterin des Literarturbüros Ruhr; Peter Molden, Literaturagentur Molden; Mike Altwickler, mit dem Buchhändlerpreis ausgezeichnet und Juror Crime Cologne Award, sowie Vera Nentwich, Vorsitzende des Selfpublisher Verlages.

Wie kamen Sie selbst zum Schreiben?
Ehrlich gesagt, waren meine Kinder aus dem Gröbsten raus, ich wurde 40 und wollte etwas anderes im Leben machen. Etwas mit Mehrwert, ich suchte quasi ein Hobby. So kam es, dass ich im VHS-Katalog blätterte und eigentlich einen Schwedisch-Kurs suchte. Meine Kinder und mein Mann sprechen die Sprache viel besser als ich. Doch ich fand anstatt eines Sprachkurses einen Schreibkurs. Wie das Schicksal sich dann fügte, hatte ich 2009 einen Wettbewerb in Köln für Krimis gewonnen. Und gesehen, dass im Jahr darauf die Criminale in meinem Heimatort in der Eifel stattfindet. Da dachte ich, dass ist meine Chance. „“Gemünder Blut“ erschien 2010 als erster der Nordeifel-Krimis. In diesem Jahr erscheint bereits mein zehnter Kriminalroman am 19. September.

Anmeldungen für die Autor*innen-Tagung skriva vom 15. Und 16. Juni sind noch möglich. Weitere Informationen zum Programm findet Ihr hier. Alle Preise sind inkl. Tagesgetränke und einer kleinen Mittagssuppe. Wer sich über die Homepage anmeldet und bei der Anmeldung „Meine Südstadt“ eingibt, erhält zudem 10 Euro Rabatt.

Alle Veranstaltungen finden im Tagungshaus St. Georg in der Rolandstr. 61 statt. Die Abschlussdiskussion des Vortragstages– skriva: das Gespräch – zum Thema „Buch der Zukunft – Zukunft des Buches“ beginnt am Samstag, 15. Juni um 16:30 Uhr.

Text: Antje Kosubek

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