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Politik

Wahlhelfende werden dringend gesucht: Stadt zahlt 70 Euro „Erfrischungsgeld“

Montag, 10. August 2020 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ich habe lange darauf gewartet, einen Artikel mit folgendem schlechten Witzchen zu beginnen, und bitte schon mal vorab um Entschuldigung. „Die Wahl kann doch eigentlich geheim sein.“ „Wieso kann die Wahl nicht geheim sein?“ „Na überleg doch mal. Wenn sie wirklich geheim wäre, wüssten sie ja anschließend nicht das Ergebnis.“ Obwohl, so schlecht ist der eigentlich gar nicht.

Pressekonferenz zur Wahl auf Abstand in Corona-Zeiten: Hysterische Journalisten-Meuten, wie sie klischeehaft im Fernsehen oft zu sehen sind, hat es übrigens auch vor der Pandemie nicht gegeben.

So, Schluss mit dem Unsinn. Am 13. September ist Kommunalwahl und die Wahlleiterin, Stadtkämmerin Professorin Dr. Dörte Diemert, sucht händeringend nach Wahlhelfern und -helferinnen. Gebraucht werden 10.000, gemeldet haben sich bis jetzt 7000, es fehlen 3000. Melden können sich alle, die in Köln wahlberechtigt sind. Und damit alle den Wahltag und schließlich das Ergebnis im körperlich besten Zustand überstehen, zahlt die Stadt den Helfenden sogar ein „Erfrischungsgeld“. So nennen die das wirklich. Es gibt 70 Euro für Wahlvorsteherinnen, Wahlvorsteher sowie Schriftführerinnen und Schriftführer in einem Urnenwahlbezirk, 50 Euro für Beisitzerinnen und Beisitzer in einem Urnenwahlbezirk und 40 Euro für den Einsatz im Briefwahlzentrum in der KölnMesse. Wahlvorstehende und Schriftführende nehmen vorher an einer zweieinhalbstündigen Schulung teil. Dafür bekommen sie jeweils 50 Euro. Wer helfen möchte, kann sich hier anmelden.

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In der KölnMesse wird an 431 „Tischinseln“ in zwei Hallen die Briefwahl ausgezählt. In den Wahllokalen ist in Corona-Zeiten vieles anders. „Unser Schutzkonzept gegen eine Infizierung geht über die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hinaus“, lobte Professorin Diemert ihre Arbeit und die ihrer Mitarbeiter*. Seniorenheime und Kindertagesstätten werden nicht wie sonst als Wahllokale genutzt. Markierung in den Wahllokalen sollen dafür sorgen, dass die Wähler* den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten.

Die Sicherheit der Wahlhelfenden vor der Infizierung steht im Vordergrund.

Alle Wahlhelfenden werden von der Stadt mit sogenannten Face-Shields ausgestattet. Das sind die Plexisglas-Scheiben, die man vor dem Gesicht trägt. Darüber hinaus werden Mundschutzmasken empfohlen. Die Leute, die die Wahlscheine aushändigen sitzen hinter Plexigalsscheiben wie die Kassierer/innen beim Rewe. „Alle Räume werden regelmäßig stoßgelüftet“, erklärte Diemert. Es werden Desinfektionsmittel bereit gestellt. Alle Flächen werden immer wieder desinfiziert. Wichtig für alle, die ihre Stimme abgeben wollen: Die Stadt appelliert an sie, ihren eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Es werden aber auch in den Wahllokalen Stifte bereit gehalten, die nach Gebrauch desinfiziert werden.

Wahlvorstände hinter Plexiglas, Markierungen auf dem Boden und Handschuhe und Desinfektionsmittel immer parat: Kommunalwahl 2020.

Wer Wahllokale in diesen Zeiten lieber meidet, kann natürlich per Brief wählen. Die Unterlagen liegen in Kürze in den Briefkästen. Man kann übrigens auch mit Brief in sogenannter Direktwahl sein Votum abgeben. Das ist in den elf Kundenzentren der Stadt möglich. Unserem Veedel am nächsten liegt das am Laurenzplatz in der Innenstadt. Gleich weit weg ist das in Rodenkirchen, Hauptstraße 85. Für die Direktwahl muss man einen Termin vereinbaren. Das ist möglich unter Telefon 22 10. Für alle, die Zahlen lieben: Wahlberechtigt ist man in Köln ab 16 Jahren. Somit können am 13. September 824.429 Wahlberechtigte ihre Stimmen abgeben. 426.017 Frauen, 398.407 Männer und fünf Diverse. 26.557 von denen gehen zum ersten Mal zur Wahl. Es gibt 225 Wahlgebäude, in denen 800 Urnenwahlbezirke untergebracht sind. Gewählt werden der Rat mit 90 Mitgliedern sowie neun Bezirksvertretungen mit jeweils 19 Mitgliedern.

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Das „Erfrischungsgeld“ lässt mich ja nicht los. Unvergessen das Wahllokal in einer Kneipe im Rechtsrheinischen vor ein paar Jahren. Von dort war bis zum späten Abend immer noch kein Wahlergebnis gemeldet worden. Schließlich stellte sich heraus: Das Wahlhelferteam hatte das „Erfrischungsgeld“ wörtlich genommen und sich schon ab dem frühen Nachmittag mit dem in der Kneipe reichlich vorhandenen Kölsch erfrischt. Bis 18 Uhr floss im Wahllokal das Bier in Strömen. Dann schlossen die Wahllokale und das Dellbrücker Team machte die Kneipe zu und ging nach Hause. Selbstverständlich ohne zu zählen.

Text: Stefan Rahmann

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Kommentare

  • Anonymous sagt:

    Man kann nicht im Kundenzentrum mit Termin nach Belieben wählen, sondern nur in dem Bezirk, in dem man gemeldet ist.

  • Jo sagt:

    Ob der Beschluss, Wähler*innen ohne Maske zur Wahl zuzulassen die Rekrutierung von Wahlhelfern beflügeln wird….man darf gespannt sein.

  • Tobias Claren sagt:

    Sind die Wahllokale eigentlich „geheim“?
    Ist es Absicht dass man keine Karten und weitere Informationen findet, nur eine interaktive Karte wo man eine Adresse eingeben kann und das Wahllokal genannt bekommt?
    Also nicht nachsehen kann, welches z.B. ein besonders großes Wahllokal in prominenter Lage ist.

    Es wäre z.B. legitim vor oder nahe Wahllokalen Fahrräder, Autos etc. mit Kritik zum #Polizeiproblem abzustellen.
    Es handelt sich auch nicht um Werbung für bestimmte Parteien.

    Allerdings würde Ich kreative Aktionen wie Personen die mit T-Shirt pro oder gegen Parteien die zufällig vor einem Wahllokal die Straße auf und ab gehen („Spazieren“ nannte Dutschke es), auch als legitim betrachten.

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