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Südstadt

„Was gezeigt wird, bleibt in den Köpfen“

Mittwoch, 23. Juni 2021 | Text: Nora Koldehoff

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Zu ihren Auftraggeber*innen gehört inzwischen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die junge Filmproduktionsfirma „cineMars“ dreht Kurzfilme, Dokumentationen und Trailer, Imagefilme und Werbung für Projekte und Unternehmen – so erfolgreich, dass sie in der Südstadt gerade expandieren konnte. Immer wieder finden Matteo Sant’Unione und Lars Pölöskey aber auch die Zeit, sich ehrenamtlich oder für kleines Geld in Jugendprojekten zu engagieren und ihr Wissen weiter zu geben.

Brüder im Geiste

Kennengelernt haben sich Matteo Sant’Unione und Lars Pölöskey während ihren Ausbildungen zu Mediengestaltern in der Berufsschule. Bei der Entwicklung und Umsetzung von gemeinsamen Projekten arbeiteten die beiden zusammen und erkannten schnell, dass sie sehr gut als Team funktionieren – und zudem sogar häufig die gleiche Vorstellung vom jeweiligen Ergebnis hatten.

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Das führte schließlich so weit, dass sie auf Nachfrage eines Lehrers angaben, sie hätten sich einfach im Stundentakt bei allen Aufgaben abgewechselt: in Regie, Kamera und auch beim Schneiden. Für die meisten Filmemacher*innen mindestens ebenso undenkbar, wie jemand andern die eigenen Sätze zu Ende schreiben zu lassen, aber Matteo und Lars merkten schnell, dass sie völlig reibungslos Hand in Hand arbeiten können.

Zwischencheck beim Dreh (Foto: cineMars)

Noch während der Ausbildung folgten daher gemeinsame Projekte außerhalb des Unterrichtes, etwa für den Jugendzirkus „Impuls“ der „AbenteuerHallenKALK“ oder den gemeinnützigen Jugendhilfeträger „music4everybody! e.V.“. Beide Jung-Filmer wurden nach der Ausbildung von ihren Betrieben übernommen, so dass gemeinsame Arbeiten immer nur am Wochenende weiter stattfinden konnten. Den Firmennamen „cineMars“, der sich neben dem selbsterklärenden Wortstamm „cine“ aus den verschmolzenen Vornamen der Gründer zusammensetzt, gaben sich die Jung-Filmer schon 2015. Drei Jahre darauf zogen sie die logische Konsequenz, kündigten und machten sich mit einem eigenen Unternehmen selbständig. „Der Kontakt zu beiden Firmen ist aber ein guter geblieben“, erzählt Matteo Sant’Unione. So nutzen cineMars auch einen Teil der Räume beim ehemaligen Arbeitgeber des 28-Jährigen gemeinsam, und gelegentlich gibt es auch Kooperationen.

„filming for change“

„Mit Hilfe des NRW-Mediengründer-Stipendiums, das wir im letzten Jahr bekommen haben, konnten wir auch unsere Ausrichtung noch einmal stärker formen“, sagt Matteo Sant‘Unione. „Dabei haben wir auch unseren Slogan ‚filming for change‘ etabliert. Wir wollen gern mit unseren Möglichkeiten die Gesellschaft mitgestalten. Uns ist in den letzten Jahren erst bewusst geworden, wie sehr das mit dem Medium Film möglich ist, mitreden zu können. Zum Beispiel wurden auch durch den Film über ‚music4everybody‘ Fördergelder für das Projekt bewilligt, weil wir auf diese Weise sehr direkt vermitteln können, worum es geht. Und: Als Filmemacher hat man manchmal auch die Gelegenheit, an Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die sich um die Themen drehen, von denen im Film erzählt wird. Nicht unbedingt als tatsächlicher Experte, wie etwa die Personen, die man porträtiert oder interviewt hat. Sondern weil wir uns für den Film intensiv mit den Inhalten auseinandergesetzt und es über die Visualisierung öffentlich und zugänglich gemacht haben. Dadurch hat man auch viel Verantwortung: Was gezeigt wird, bleibt in den Köpfen.“

In action: Matteo Sant’Unione und Lars Pölöskey (Foto: cineMars)

Ehrenamtliches Engagement

„Dabei wollen wir allerdings nicht nur Missstände aufzeigen“, stellt Lars Pölöskey klar, „sondern nach Möglichkeit auch zeigen, welche Veränderungen und Lösungswege möglich sind.“ Darum engagieren sich cineMars auch in Projekten, die nicht profit-orientiert sind. Über die Show-Filme des Zirkusprojektes zum Beispiel festigte sich der Kontakt zu den Jugendzentren, besonders zu den AbenteuerHallen. In deren Räumen findet, wenn nicht gerade eine Pandemie alles lahmlegt, jährlich auch das Jugendcamp „Cyber-Jugz“ der Kölner Jugendzentren (Jugz) statt. Hier gaben die beiden Filmer bereits mehrfach Workshops rund ums Filmemachen und waren auch beim „Jugendzentrum digital“ mit Tipps und Tricks zum Filmschnitt zu Gast im Streaming-Format während des Lockdowns. „Bei der zweiten ‚Cyber-Jugz‘, an der wir teilgenommen haben, haben wir unser Angebot sehr stark angepasst, weil man natürlich schon gemerkt hat, was funktioniert gut und was eher nicht“, sagt Matteo, und Lars ergänzt: „Ich hatte im Umgang mit Jugendlichen keine Vorerfahrung, aber inzwischen gehe ich sehr viel direkter auf sie zu, als ich das noch vor drei Jahren getan habe.“

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Auch bei „music4everybody“ geben die beiden seit inzwischen zweieinhalb Jahren ihr Wissen an Jugendliche weiter. Auch hier verändert sich die Arbeit mit der Zeit und der wachsenden Erfahrung. Beiden ist dabei jedoch wichtig, dass im Vordergrund weniger die Wissensvermittlung steht, sondern eine respektvolle und harmonische Arbeitsatmosphäre am Set. „Die meisten Menschen verhalten sich vor der Kamera erstmal anders“, weiß Sant‘Unione. „Ob es nun ein Manager ist, oder ein Kind. Erst redet man ganz normal miteinander, und sobald die Kamera läuft, bekommen viele kein Wort mehr raus. Das bekommt man nur gebrochen, wenn die Atmosphäre stimmt – bei den Kiddies noch viel mehr. Wenn sie merken, dass sie sich nicht schämen müssen und wir alle ein bisschen aufgeregt sind. Bei sensiblen Themen, wie Rassismus-Abbau oder Diskriminierung kann es auch vorkommen, dass Spannungen in der Gruppe entstehen. Da ist dann natürlich besonderes Feingefühl gefragt, das zu begleiten und die Dynamik der Gruppe nicht zu stören, aber auch niemandem auf die Füße zu treten.“

Flexibel im Kopf

Innerhalb des Teams hat sich im Laufe der Zeit trotz der anfangs sehr durchmischten Aufgabenteilung herausgestellt, dass Matteo Sant’Unione seinen Schwerpunkt in der Vorbereitung, Kundenkontakt und Regieführung hat und Lars im Bereich Technik, Kameraführung und Nachproduktion. Corona macht es dem noch jungen Unternehmen nicht einfacher: Ständig müssen Termine geschoben und neu geplant oder umgedacht werden. Bei einem Dreh im März 2020, der kurz nach Beginn des ersten Lockdowns starten sollte, wurde die Umsetzung nahezu stündlich geändert, bis letztlich von geplanten zehn beteiligten Personen das Duo den Film zu zweit fertiggestellt hat. „Aktuell muss man maximal flexibel sein, vor allem im Kopf“, fasst Sant’Unione die Arbeit während der Pandemie zusammen.

Dreharbeiten während der Pandemie (Foto: cineMars)

Wachstum trotz Corona

Trotz der widrigen Umstände und dem Schwerpunkt auf Filmprojekten, bei denen nicht der Profit im Mittelpunkt steht, konnte cineMars wachsen. Zur festen Gruppe gehören inzwischen auch ein Cutter und eine Redakteurin und zusätzlich immer wieder Praktikant*innen. Ab diesem Jahr wollen die beiden Inhaber außerdem auch ausbilden. Inzwischen ist das Team gut vernetzt – auch durch verschiedene Projekte und Preise. Lars Pölöskey resümiert: „Angefangen haben wir mit ehrenamtlichen Projekten, dann steigerte es sich über eine Aufwandsentschädigung bis zu Aufträgen, die uns überhaupt erst ermöglicht haben, uns selbstständig zu machen. Gelohnt hat sich auf jeden Fall jeder dieser Schritte: Man kann zurückblickend gut nachvollziehen, welcher Schritt zu welchem anderen und weiteren geführt hat. Angefangen bei den Trailern für Jugendprojekte bis hin zum Image-Film über Deutschland für das Bundes-Familien-Ministerium. Wenn die Zusammenarbeit gut war, dann bleibt auch eine Verbundenheit. Gerade bei den Projekten für Jugendliche.“

Shakespeare im Brennpunkt

Wie zum Beispiel zu den Jugendzentren und zu music4everybody. „Es war krass zu sehen, dass man auch ein integratives Shakespeare-Projekt in einem Brennpunkt so umsetzen kann“, erinnert sich Matteo Sant’Unione. „Selbst Kids, die sich vorher noch gegenseitig ins Gesicht geschlagen haben, stehen am Ende alle auf der Bühne stehen und rocken das gemeinsam. Dass sowas klappt und sie als Team so eine Aufgabe bewältigen: Das ist einfach ein Privileg, sowas mitzuerleben. Man bekommt dadurch einen anderen Blick auch für das, was einem sonst selbstverständlich erscheint.“

Mehr Infos über cineMars finden sich auf der Website und bei ihrem YouTube-Kanal.

Text: Nora Koldehoff

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Kommentare

  • cineMars sagt:

    Vielen Dank für den schönen Artikel! Wir haben uns sehr über den Besuch und das ausführliche Gespräch gefreut. 🙂

  • Stephi Siebert sagt:

    Vielen Dank für den bewegenden Artikel! Jetzt arbeiten wir als Verein music4everybody! e.V. schon über zwei Jahre miteinander und trotzdem habe ich Neues entdeckt. Vielen Dank Lars und Matteo für die harmonische Zusammenarbeit insbesondere in der Pandemie – ohne Euch hätten wir viele Projekte nicht abschließen können! Ich hoffe auf viele neue Projekte mit Euch Stephi Siebert

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