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Gesellschaft

„Wir sind ein Club zum Anfassen“

Montag, 4. November 2013 | Text: Jasmin Klein | Bild: Barbara Siewer

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Was haben Papst Franziskus, Sandra Maischberger, Isabelle Thoma und Carsten Bischoff gemeinsam? Sie sind Mitglieder eines Clubs, der 1905 in Chicago gegründet wurde. Die ursprüngliche Idee des Initiators Paul Harris war es, eine Wertegemeinschaft in der Großstadt zu schaffen, die ähnlich funktioniert wie die Gemeinschaft in seinem Heimatdorf: Menschen unterstützen sich gegenseitig, jeder entsprechend seinen Fähigkeiten. Jede Woche traf man sich fortan, immer in einem anderen Büro. Auch die Präsidentschaft des Clubs muss man nach einem Jahr wieder abgeben. Alles rotiert. Darum nannte sich die neu gegründete Gemeinschaft „Rotary-Club“.

Eine ähnliche Motivation hatte Isabelle Thoma, Mitgründerin, aktuelle Vize-Präsidentin und Kölnerin. Sie kommt während ihres Studiums mit den Rotariern in Kontakt, die ihr ein Stipendium (ein Jahr Studium, Kost und Logis) in Brisbane/Australien finanzieren. Dafür hält sie Vorträge in Rotary Clubs und ist mit den ansässigen Rotariern vor Ort in sozialen Projekten aktiv. Jährlich treffen sich die deutschen Stipendiaten der RFAD (Rotary Foundation Alumni Deutschland) in Münster. Dort lernt sie vor einigen Jahren Dorit Weikert kennen, wie sie eine ehemalige Stipendiatin. Die beiden Frauen fassen gemeinsam den Entschluss, einen eigenen Rotary-Club in der Südstadt zu gründen und ehemaligen Rotary Stipendiaten ein Zuhause geben. Am 6. Dezember 2012 ist es dann soweit: RC Köln-Ambassador wird ins Leben gerufen. Mittlerweile zählen 29 Mitglieder zum Club. Für den Berufsdienst verantwortlich ist Carsten Bischoff. Er ist Geschäftsführer eines Pflegeunternehmens und kam durch eine Empfehlung in den Club.

 

Wir treffen uns mit Thoma und Bischoff in der Wagenhalle. Thoma hat ihr neun Wochen altes Baby dabei. Es schläft. Wir bestellen etwas aus der Mittagskarte und beginnen mit dem Gespräch.

 

„Uns ist es besonders wichtig,“, sagt Thoma, „dass wir ein Club zum Anfassen sind. Wir in der Südstadt sind im Schnitt Ende 30, Anfang 40. Unsere Motivation ist es, so zu agieren, wie ich es auch in Australien erlebt habe: „Service above self“. Man stellt sich in den Dienst der Gemeinschaft. Und man schließt natürlich auch Freundschaften.“ Ein großes Standbein des Clubs ist es, durch Aktionen Geld zu generieren, das sie in soziale Projekte der näheren Umgebung stecken. So haben sie den Herbstflohmarkt der KGS Mainzer Straße unterstützt, indem sie Flohmarktartikel verkauft und den Erlös von 670 Euro an den Förderverein der Grundschule gespendet haben. Das „Stollenprojekt“ Ende 2012 brachte knapp 2.000 Euro, welche den zwei Stellvertretern der katholischen bzw. evangelischen Gemeinde der Südstadt (Pfarrer Quirl und Pfarrer Mörter) übergeben werden konnten.

Jeden Montag treffen sich die Rotarier. Dabei herrscht Präsenzpflicht. Denn nur, wenn man sich wirklich jede Woche regelmäßig sieht, kann man Beziehungen aufbauen und Projekte initiieren und durchführen. Um zu entscheiden, welche Institutionen und Projekte von ihnen unterstützt werden, laden sie gerne Fürsprecher zu ihren montäglichen Sitzungen ein. Gemeinsam wird dann entschieden, wo man in welcher Form einspringen kann.

„Denn wir müssen erst einmal herausfinden, wie wir überhaupt helfen können: Wird Geld gebraucht oder eine Renovierung, wird Material benötigt oder Manpower? Wenn wir wissen, wie wir helfen können, setzen wir uns auch gerne ein.“, sagt Bischoff. „Eine Entscheidungshilfe, ob das betreffende Projekt, das ein Mitglied oder ein Vertreter der jeweiligen Organisation vorstellt, zu unserem Club passt, ist z.B. die 4-Fragen-Probe: Ist es wahr? Ist es fair für alle Beteiligten? Wird es Freundschaft und guten Willen fördern? Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen? Diese vier Fragen helfen auch bei Entscheidungen im Alltag, im Berufsleben, in jeder Lebenssituation. Bei Zweifeln ist das ein guter Katalysator.“?? Wie wird man denn Mitglied im Rotary-Club??Thoma: „Es gibt den Mitglieder-Ausschuss, dem auch wir beide angehören. Wenn es jemanden gibt, von dem wir glauben, dass er zu uns passt, dann sprechen wir ihn an. Dann gibt es mehrere Gespräche, um herauszufinden, ob es auf beiden Seiten passt.“?„Auf diese Weise bin ich auch zu den Rotariern gestoßen“, sagt Bischoff. Das Essen wird serviert. Es gibt Tagliatelle und Risotto. Das Baby schläft.
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Warum engagieren Sie sich nicht einfach so für soziale Projekte? Warum braucht man dafür einen Club?
Bischoff: „Rotary ist natürlich auch ein Türöffner, eine belegte Marke. Wenn ich mich alleine sozial engagiere, habe ich nie so gebündelt Kräfte hinter mir wie in dem Club. Wir haben Grafiker, Webprogrammierer, Anwälte, Unternehmer, Krankenschwestern, Lehrerinnen. Dadurch können wir soziale Projekte komplett von Anfang bis Ende konzipieren und durchführen. Was uns zu unserem Abbild der Gesellschaft im Club allerdings noch fehlt, das ist ein Handwerker.“

Die Teller sind leer, das Baby wird wach. Es war ein lebhaftes und fröhliches Treffen. Danke für das Gespräch!

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite.
 

Text: Jasmin Klein

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