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Gesellschaft

Das große Schrubben: Frühjahrsputz am Langen Tisch

Dienstag, 16. April 2019 | Text: Jeannette Fentroß | Bild: Jeannette Fentroß

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Im vergangenen November konnte der Erhalt des Langen Tisches am Sachsenring per Bürgereingabe und gleichzeitigem Antrag aller Fraktionen durch Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt gesichert werden. Vorangegangen war eine Petition, die über 500 Unterstützende unterzeichnet und kommentiert hatten. „Köln braucht nicht nur diesen, sondern noch viel mehr solcher Orte, weil es darum geht, unsere Stadt liebens- und lebenswerter zu machen“ oder „der lange Tisch bereichert den öffentlichen Raum Kölns, wie großartig, wenn er stehen bleiben darf“ sind nur einige der durchweg positiven Statements, die den Initiatoren zugingen. Bedingung der Stadt für den Erhalt war aber, dass sich „Tischpaten“ finden, die bereit sind, regelmäßig anfallende Abfälle und Verunreinigungen am und rund um den Langen Tisch zu beseitigen. Nun trafen sich die Tischpat*innen zu einer großen Frühjahrsputz-Aktion.

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Ausgestattet mit Müllzangen, Putzschwämmen, Bürsten und Schrubbern ging die Gruppe in der Nachmittagssonne ans Werk. Das erste Bild war verheerend: denn gerade veranstalten die umliegenden Gymnasien ihre Abi-Motto-Wochen und der Lange Tisch wird von den Abiturient*innen gerne als Treffpunkt genutzt. Damit das auch für künftige Jahrgänge so bleiben kann und der Tisch in seiner Funktion als gemeinschaftliches Forum nutzbar bleibt, war eine gründliche Säuberungsaktion der Holzoberflächen erforderlich. Mit klarem Wasser und Schrubberbürsten ging es Dreck und Verunreinigungen auf dem Tisch und den Bänken an den Kragen. Auch rund um den Tisch wurde sorgfältig aufgeräumt, und alle Abfälle, Überreste, Plastik, Papier, Kronkorken und Zigarettenstummel wurden aufgelesen. Das Ergebnis der Putz-Aktion kann sich sehen lassen: der Tisch und die Bänke erstrahlen wieder in heller Holzoptik. Und der Boden rund um den Langen Tisch ist sauber und müllfrei. Wie immer schon sind alle herzlich eingeladen sich weiterhin zu Kindergeburtstagen, Mittagessen, Picknicks, Kollegen- und Nachbarschaftstreffen, gemeinsame Schulpausen, Hausaufgabengruppen oder Feierabendgetränken am frisch gereinigten Langen Tisch zu verabreden.

Aufruf der Tischpaten

Gerade jetzt – von Frühjahr bis in den Hebst hinein – erhofft sich das Team der Tischpat*innen von allen Nutzern tatkräftige Unterstützung beim Sauberhalten.
Daher der nachdrückliche Aufruf: Bitte lasst weder Müll noch Dreck am Langen Tisch zurück und entsorgt euren Unrat in den dafür vorgesehenen Abfallbehältern am Kartäuserwall oder am Sachsenring. Ein größeres Bewusstsein für das Umfeld rund um den Langen Tisch wäre auch seitens der Schülerschaft der benachbarten Schulen wünschenswert, denn gerade an Schultagen bleiben hier leider viele Hinterlassenschaften zurück. Klimaschutz und Fridays for Future sind gut und wichtig, aber Umweltschutz beginnt auch hier, im eigenen Umfeld, direkt vor der Schule. „Denn nur wenn der Tisch und Bänke sowie die umliegende Parkfläche langfristig sauber und in Ordnung gehalten werden, bleibt der kommunikative Treffpunkt für alle erhalten. Bitte weitersagen!“, so der Appell der Pat*innen.

Köln braucht noch viel mehr solcher Orte

Als Teil der städtischen Initiative von Kunstbeirat und Kulturdezernat, dem Stadtlabor 2017 zur Förderung von Kunst im öffentlichen Raum, sollte der im Juli 2017 errichtetet, 28 Meter lange Holztisch ursprünglich nur für sechs Monate stehen bleiben, um mehr Aufenthaltsqualität in der Grünanlage zu schaffen. Der Tisch wurde schnell als kommunikative Begegnungsstätte von Nachbarn, Anwohnern, Schülern, Studenten, Touristen, Kollegen, Jung und Alt in Gebrauch genommen. Alle nutzen aktiv die neu geschaffene Möglichkeit zum Verweilen im Grünen zwischen Kartäuserwall, Straßenbahntrasse, Ulrepforte und Waisenhausgasse. Das Konzept ging auf, ein Veränderungsprozess ist in Gang gekommen. Die neue Wahrnehmung durch die wiederhergestellte Nutzung des „Straßenbegleitgrüns“ als Park beeinflusste auch die Lebensqualität der angrenzenden Wohnquartiere.

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Text: Jeannette Fentroß

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