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Verkehr

Die Südstadt fährt (Leih-)Rad

Donnerstag, 9. August 2018 | Text: Markus Küll | Bild: Oliver Köhler

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Orange, etwas kleiner als die anderen und einfach zu entleihen – die neuen Räder des chinesischen Anbieters „Mobike“ fallen im Meer der Leihräder zwischen Severinsbrücke und Bonner Strasse auf. Und es gibt ja auch viele gute Gründe, in der Stadt ein Leihrad zu benutzen. Jede/r dessen geliebtes Manufaktur-Rad gestohlen wurde, der jeden Abend verzweifelt einen Parkplatz rund um den Chlodwigplatz sucht oder einfach den eigenen CO2 –Fussabdruck reduzieren möchte, gehört zur Zielgruppe. Ob und wie sich die Geschäftsmodelle der Anbieter rechnen werden, ist noch völlig unklar. Der Berliner Urbanistik-Experte Tilman Bracher geht davon aus, dass die über Nutzer erfassten Daten das eigentliche Kapital der Anbieter sind: „Alleine aus der Vermietung werden die Firmen keine schwarzen Zahlen erzielen können.“ Die Südstadt als Labor für neue Geschäftsmodelle der digitalen Welt? Grund genug, den neuesten und internationalsten Anbieter einmal genauer anzuschauen.

London, Mailand, Berlin – und jetzt im Veedel!

Mit dem chinesischen Unternehmen „Mobike“ ist jetzt erstmals ein globaler Anbieter am Chlodwigplatz vertreten. Nach den Platzhirschen KVB, Ford und dem dänischen Anbieter „Donkey Republic“ kommen jetzt circa 500 Fahrräder von „Mobike“ hinzu. Die Bikes, die außer in der Südstadt laut Wikipedia auch in London, Berlin, Mailand und 196 weiteren Städten zu finden sind, fallen auf: sie sind kleiner und technisch einfacher als die anderen Leihräder und man bucht sie sehr einfach per App. Zuvor muss ein Guthaben wie bei einer pre-paid-Karte aufgeladen werden. Eine Fahrt bis 20 Minuten kostet ca. 0,79€. Meine Südstadt hat Jimmy Cliff, dem Deutschland-Chef einige Fragen gestellt und Antworten bekommen.

Willkommen in Köln – warum habt Ihr Euch nach Berlin und Düsseldorf für Köln entschieden? Hier gibt es mit KVB und Ford ja schon einige Platzhirsche?
„Wir glauben, dass unser Produkt, unsere Erfahrung und unsere operative Exzellenz einzigartig sind und einen Service bieten, den noch kein anderer Anbieter in Köln oder in Deutschland anbieten kann.“ 

Was unterscheidet Euer Konzept von den anderen Anbietern?
„Wir sind der erste und auch weltweit der größte stationslose Bike-Sharing-Anbieter. Zudem ist hier die Langlebigkeit unserer Räder zu nennen – ein Mobike-Fahrrad kann bei täglicher Nutzung bis zu vier Jahre ohne  Reparaturen  im  Einsatz  sein.  Darüber  hinaus  ermöglicht  uns  unsere  internationale Erfahrung  in  Kombination  mit  unserer  innovativen  IoT-Technologie,  maßgeschneiderte Produkte für jede Stadt, in der wir tätig sind, anzubieten. So können wir den Einsatz unserer Fahrräder optimal planen und die Verteilung der Räder jederzeit der Nachfrage entsprechend anpassen.“

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Die Fahrräder sind ja sehr wartungsarm, wenn nicht sogar wartungsfrei – wie sieht denn Euer sonstiger Service aus? Oder ist es Euer Konzept, dass sich das in einer Stadt durch die Nutzer von selbst regelt?
„Die Wartung unserer Fahrradflotten ist ein wichtiges Thema, damit wir unseren Nutzern den bestmöglichen Service bieten können. Es nützt uns auch nichts, wenn unsere Fahrräder defekt und unbenutzt auf den Straßen stehen. Schließlich basiert unser Geschäftsmodell darauf, dass Nutzer mit unseren Fahrrädern fahren. Deshalb haben wir mobile Serviceteams auf den Straßen, die unsere Mobike-Fahrradflotten Tag und Nacht in Schichtsystemen überprüfen. Umgefallene Fahrräder werden von unseren Teams wieder aufgestellt und Fahrräder, die an ungeeigneten Stellen geparkt sind, werden umgeparkt. Defekte oder nicht verkehrssichere Fahrräder werden eingesammelt und zur Reparatur gebracht. Darüber hinaus können Nutzer direkt über unsere App melden, wenn Fahrräder an ungeeigneten Stellen geparkt sind.“
 
mobike Köln

Könnt Ihr schon etwas über Eure Erfahrungen in dicht besiedelten Gebieten wie zum Beispiel der Südstadt mit 20.000 Menschen im direkten Umkreis sagen? Sind es eher die kurzen Fahrten, die man sonst zu Fuß gegangen wäre oder die fünf Stationen mit der Straßenbahn?
„Wir sind erst vor kurzem in Köln gestartet (vor knapp 2 Wochen, Anm. d. Redaktion). Es braucht ein bisschen mehr Zeit, um aussagekräftige Zahlen vorliegen zu haben. Generell teilen wir solche Informationen allerdings nur mit den Städten, um sie bei der Infrastrukturentwicklung zu unterstützen.“

Wie müsste sich denn ein Bereich wie die Kölner Südstadt verändern, damit Mobike optimal genutzt werden kann – welche Fahrradwege braucht eine Stadt, wie kann die Stadt eine Mobility-Infrastruktur aufbauen und so weiter?
„Erfahrungsgemäß können wir sagen, dass jede Stadt anders ist – die Infrastruktur, die Anzahl an Menschen, das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Aus diesem Grund kann man nicht pauschal sagen, welche Fahrradwege eine Stadt braucht. Anhand der GPS-Daten unserer Fahrräder können wir aber sehen, welche Strecken am häufigsten mit dem Fahrrad zurück gelegt werden. Diese GPS-Daten sind nur mit den Fahrrädern verknüpft, nicht mit den Nutzern beziehungsweise mit deren persönlichen Daten. Unser Ziel ist es, diese GPS-Daten mit den Städten zu teilen, um die infrastrukturelle Entwicklung der Städte zu unterstützen und somit die Verkehrssituation der Fahrradfahrer zu verbessern.“  

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Der Urbanistik-Experte Tilman Bracher meint, dass sich euer Geschäftsmodell allein nicht rechnet und die eigentliche Geldquelle hinter den Nutzerdaten liegt. Was sagt ihr dazu?
„Zumindest für uns kann ich sagen, daß das nicht gilt. Wir erheben und speichern keine wertvollen persönlichen Daten. Unser Geschäftsmodell rechnet sich über die Anzahl unserer Räder und Fahrten, so verdienen wir Geld. Wir sind der größte Bike-Sharing-Anbieter auf der Welt und haben derzeit über neun Millionen Fahrräder auf den Straßen. Wir haben eine niedrige Kostenbasis, unsere Fahrräder sind hochwertig, nachhaltig und können mehrmals am Tag ausgeliehen werden. Bike-Sharing ist ein Konzept mit Zukunft, das bei uns schon heute erfolgreich ist. Und wir haben gerade erst angefangen.“

Meine Südstadt wird das Thema „Urbane Mobilität“ weiterverfolgen und hat Jimmy Cliff zum Ortstermin in die Südstadt eingeladen. Wir sind gespannt, welche Konzepte sich im Veedel durchsetzen werden.

Text: Markus Küll

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