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Ein Wohnzimmer mit Gartenoase für alle

Donnerstag, 5. Juli 2018 | Text: Susanne Wächter | Bild: Susanne Wächter

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Am 11. August wird das Café Franz im Bürgerhaus Stollwerck eröffnet. Zeit für ein kleines Gespräch mit zwei der drei Inhaber über ihr Vorhaben, die Gastronomie im Bürgerhaus zu beleben. Noch klebt Packpapier an den Fensterfronten des Bristos. Die Türen sind verschlossen. Philipp Meier und Jan Buchwald sitzen an einem schweren Holztisch, in dem noch gesichtslosen Raum. Farbeimer stehen herum, Pakete versperren die Sicht auf die spätere Theke. Es ist noch viel zu tun, bevor die Türen des Bistros täglich bis auf montags öffnen.

32 Bewerber zeigten Interesse

Meier und Buchwald sind Sportwissenschaftler und Ernährungsberater, die dritte im Bunde ist Konditorin und heißt Inga Wangerow. Das Café Franz ist ihr erstes gemeinsamen Projekt. Sie sind guter Dinge, dass ihre Entscheidung, an der Ausschreibung teilzunehmen richtig war. Wangerow hat bereits drei Cafégründungen begleitet. Und Meier und Buchwald sind auch keine Firmenneulinge. An der Wormser Straße betreiben sie zusammen mit Kollegen eine Gesundheitssport-Praxis für die Generation 50plus.

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32 Bewerber gab es für das Stollwerck-Bistro, zwei waren zuletzt noch im Rennen. Den Zuschlag erhielten Meier, Buchwald und Wangerow, wie Bürgerhausleiter Thomas Wyschka erzählt. Gastroneulinge, obwohl genau das das Stollwerck nicht haben wollte? „Uns hat das Konzept überzeugt“, sagt Wyschka und „die offene Art und Bereitschaft eng mit dem Stollwerck zusammenzuarbeiten“, fügt er hinzu. Ideen haben die Drei genug. Nachhaltig wollen sie sein, Produkte möglichst aus der Region beziehen, auf ein Mehrweg-System von Coffee to Go Bechern zurückgreifen und übrig gebliebene Lebensmittel spenden. Auch den Trude-Herr-Park wollen sie einbeziehen, Spielgeräte für Kinder, deren Eltern im Café sitzen, ausleihen. Gesunde Kost dominiert die Speisekarte und vielleicht wird es auch das eine oder andere Mal einen Abend mit einem Ernährungsthema geben. Auf alle Fälle wollen sie, dass das Bistro das zweite Wohnzimmer der Südstadt wird. „Die Leute sollen sich bei uns wohl fühlen“, sagen Meier und Buchwald.


Sie richten es gemütlich ein, ein bisschen Retro, ein bisschen wie Omas Wohnstube mit Sofas, Sesseln und Holztischen. So wollen sie das industrielle Ambiente mit viel Stein und Stahl gemütlich gestalten. „Wir wollen keinen seelenlosen Raum haben“, sagt Meier und spricht damit die Einheitseinrichtung vieler Gastrobetriebe an. Auf einen Stil wollen sie sich nicht festlegen und nennen es der Einfachheit halber „Patchwork“. Die noch rostroten Stahlträger im Raum werden anthrazitfarben gestrichen, Teile der Wände mintfarben. Letzteres wollen sie in Anlehnung an den Gründer der Schokoladenfabrik umsetzen.

Vegetarische und vegane Häppchen

Franz Stollwerck soll sich an vielen Ecken des Cafés wiederfinden, auch auf der Speisekarte werden die Gäste ihn finden. In Form eines Schoko-Törtchens mit einem Hauch Minze. Doch was hat es mit der Minze auf sich? Meier und Buchwald lachen. „Stollwerck schaffte seinen großen Durchbruch mit einem ‚Brustbonbon‘. Das waren Minzdragees, die bei Husten und Heiserkeit helfen sollten.“ 1869 verkaufte er 850.000 Päckchen dieser Bonbons. Franz Stollwerck wurde Hoflieferant des Prinzen Friedrich von Preußen und erzielte viele Preise für diese Kreation auf Ausstellungen wie der Weltausstellung in Paris.

Minzdragees wird es im Café Franz zwar nicht geben, dafür aber Röstbrote wahlweise mit Gemüse, Hirtenkäse, Ei oder Speck, Fingerfood, eine Tagessuppe sowie Salate. Vieles vegetarisch und vegan, alles gesund und regional, so das Credo des Trios. Und das alles für moderate Preise. Röstbrote liegen zwischen 3,90 und 4,90 Euro, für Salate zahlen die Kunden zwischen 6 und 7 Euro.

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Die Karte halten sie bewusst klein, weil alles frisch auf den Teller kommt. „Wir wollen Qualität nicht Quantität bieten, die Leute sollen wiederkommen. Wir wissen, dass wir den Ruf des Bistros wieder aufpolieren müssen“, sagt Buchwald. Dasselbe gilt für den Service. Der muss ebenso gut sein. Das Gesamtkonzept müsse stimmen, sind die beiden überzeugt. Und daran wollen sie arbeiten. Die Terrasse zum Beispiel soll wie ein Garten aussehen, zumindest langfristig verfolgen sie dieses Ziel.

Text: Susanne Wächter

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