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Südstadt

Jecke un andere Tön us dr Südstadt

Mittwoch, 3. Februar 2021 | Text: Evelyn Maria Denda | Bild: sounds fresh

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Jecke Tön würden wir gerade jetzt zu gerne aus und in der Südstadt erleben – live, bei Loss mer singe oder anderen Karnevalsveranstaltungen. Doch in diesem Jahr spielt ja die Musik nur im eigenen Zuhause, am eigenen Bildschirm. Wir sind deshalb mal einer anderen Tonspur gefolgt und haben uns mit Arnold Kaup, Geschäftsführer des Tonstudios sounds fresh im Veedel unterhalten. Ton für Eure Augen…

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Zum Pitter
„Das Kölsch ist kalt, der Kaffee heiß und unsere Theke gesellig.“ so beschreibt Wirt Peter „Pitter“ Mathissen sein Lokal. Kaum einen Steinwu…

Wie ist sounds fresh in der Südstadt entstanden?
Ich habe bereits 2002 in der Südstadt angefangen, eigene kleine Audio-Produktionen zu machen, zuerst im Homestudio, dann mit einem kleinen Studio in der Kurfürstenstraße 10. In der Anfangszeit war das noch als Freiberufler, nebenbei war ich immer noch parallel für andere Studios und TV- und Radiosender in Köln tätig. Nach und nach hat sich dann die Selbstständigkeit weiterentwickelt, mit zunehmenden Anfragen und größerem Kundenstamm. Das kleine Homestudio wich einem mehr und mehr mit professionellem Equipment ausgestatteten Tonstudio. Und aus einem der ersten Praktikanten wurde dann der erste angestellte Toningenieur. So ist das Studio personell und räumlich immer weitergewachsen.

Regieraum bei sounds fresh

Leider wurde es irgendwann in der Kurfürstenstraße zu eng und wir benötigten dringend einen größeren Aufnahmeraum. Ende 2018 haben wir dann die geeignete Location in direkter Nachbarschaft gefunden. Nach fast einem Jahr Bauzeit sind wir Ende 2019 in die Alteburger Straße 79 gezogen und fühlen uns auch hier in vertrauter Südstadt Atmosphäre pudelwohl!

Wie ist Euer Team zusammengesetzt?
Wir haben ein Team von vier bis fünf Festangestellten in Vollzeit, dazu meist noch einen Auszubildenen/Praktikanten. Ein breites Netzwerk an Freiberuflern unterstützt uns je nach Auftragssituation. Dazu gehören Producer, Sprecher, Texter und Regisseure.
Damit gehören wir in Köln zu den mittelgroßen Tonstudios – keine one-man Show mehr, aber auch kein großer, unpersönlicher Produktionsbetrieb.

Welche Art von Tonaufnahmen kann man bei Euch machen?
Bei uns dreht sich alles um Sprachaufnahmen. Klingt erstmal nach recht übersichtlich, ist jedoch ein sehr weites Feld, wenn man das genauer betrachtet. Sprachaufnahmen umfassen sehr viel. Denn dazu gehören Aufnahmen in deutscher Sprache, aber auch in vielen Fremdsprachen. Da kommt die Transkulturalität von Köln sehr gut zum Tragen. O-Töne sind in vielerlei Weise möglich, weil im Kölner Raum sehr viele professionelle Muttersprachler ansässig sind.

Worum geht es denn thematisch in den Aufnahmen?
Es geht bei uns um Werbung & Promotion, Dokumentarfilme, Industrie & Imagefilme, Erklärfilme, Synchronisationen, Audiodeskriptionen, Audioguides, E-Learnings, Computerspiele, Hörspiele, Hörbücher und IVR-Systeme. IVR-Systeme sind übrigens Sprachdialogsysteme, mit denen man zum Beispiel vollautomatisiert seinen Handytarif beim Telefonanbieter über einen Telefonanruf wechseln kann.
Auch kommen viele Schauspieler zu sogenannten ADR Sessions zu uns. Was sich dahinter verbirgt, fragt ihr Euch? Nun, das ist kein Treffen bei HD-Sphärenmusik, sondern die Nachsynchronisation von O-Tönen, die beim Dreh missglückt sind.

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COMEDIA Theater
Das COMEDIA Theater – über 30 Jahre freies Theater in der Südstadt und das lebendiger denn je als Ort der Unterhaltung, als Begegnungsstätte…

Zudem haben wir einen großen Aufnahmeraum, in dem wir auch Freifeldsimulationen hinbekommen. Das sind Aufnahmen, die wie im Freien aufgenommen klingen. Sie sind ganz besonders wichtig für Außenszenen in Film und Fernsehen. Und bei uns gibt’s im Hintergrund garantiert keinen plötzlich einsetzenden Rasenmäher, keine U-Bahn und kein Straßenverkehr, der die Soundkulisse stört. Neben der reinen Sprachaufnahme machen wir aber auch viel Audiopostproduktion, Schnitt, Restauration, Sound Design und natürlich Mischung.

Gibt es etwas, das ihr als Euer Alleinstellungsmerkmal bezeichnen würdet?
Unser neuestes Baby sind unsere Sprechküken, eine Sprecheragentur spezialisiert auf Kinderstimmen für Werbung, Promotion und Image. Bis jetzt gab es in Deutschland niemanden, der sich auf Kinderstimmen spezialisiert hat. Im Schauspielbereich gibt es das, und wir kooperieren auch mit einigen Agenturen.
Inzwischen haben wir so ungefähr 80 aktive Kinderstimmen auf unserer Website. Das Projekt birgt verschiedene Herausforderungen, da die Demoaufnahmen ständig aktualisiert werden müssen. Denn Kinderstimmen verändern sich schnell. Und dann geht es natürlich alles nur unter strikter Beachtung des Jugendarbeitsschutzgesetzes, denn Aufnahmen mit Kindern fallen unter Kinderarbeit, und die muss in Deutschland mit einer Ausnahmegenehmigung legitimiert werden. Wir nehmen die Regelungen sehr ernst, ohne dass der Spaß an der gemeinsamen Arbeit mit jungen Menschen verloren geht.

Welche Services habt ihr im Angebot?
Wir bieten vom Casting, also der Auswahl der passenden Sprecherstimmen, bis zur fertigen Mischung den ganzen Produktionsweg auf der Audioseite an. Dazu zählen Radio, TV, Film, Internet. Zusammen mit Videopartnern stemmen wir aber auch weiterreichende Projekte, wie zum Beispiel barrierefreie Film- und TV-Fassungen mit Untertiteln und Audiodeskriptionen oder auch die Lokalisierung von Filmen aus dem fremdsprachigen Bereich, d.h. z.B. die lippensynchrone Aufnahme eines original englischsprachigen Films fürs Deutsche Publikum. Für Hörfunkspots und Trailer haben wir externe kreative Autoren und Texter – hier bieten wir die gesamte Produktion von der ersten Idee bis zum fertigen Spot an.

Studioansicht, mit Innenhof

Erinnerst Du Dich an ein persönliches Highlight oder eine besonders komische Situation?
Highlights gibt es bei den vielen Produktionen, die bei uns stattfinden, recht viele, da könnten wir sehr viel aus dem Nähkästchen plaudern. Eine der lustigsten Situationen liegt schon ein paar Jahre zurück. Da war einer der bekanntesten deutschen TV-Moderatoren für eine Werbeaufnahme bei uns zu Gast.
Ein gestandener Promi, der bei der Aufnahme durch Selbstsicherheit und Egozentrik glänzte. Als dieser dann mal die Toilette aufsuchte und irgendwie länger als erwartet verschollen blieb, schaute der damalige Praktikant einmal vorsichtig nach dem Rechten. Durch einen leicht geöffneten Spalt vernahm er dann ein ängstliches Stimmchen, das nach Toilettenpapier rief. Schnell konnte hier durch den nahe gelegenen REWE Abhilfe geschaffen werden. Die Anekdote vom Promi – ich möchte hier keinen Namen nennen -, der auf der Toilette auch nur ein einfacher Mensch mit ganz normalen menschlichen Nöten ist.

Wie erlebt ihr die Corona-Pandemie?
Bisher sind wir ganz gut durch die Krise gekommen. Im April und Mai sah das etwas beängstigender aus. Viele Filmproduktionsfirmen konnten nicht drehen, und so wurde die Auftragslage in der Postproduktion, die uns betrifft, durch das Nachsynchronisieren zum Beispiel, dann auch dünner. Da sind die Maßnahmen der Soforthilfen und vor allem der Kurzarbeit aus unserer Sicht schon recht hilfreich.
Generell haben wir das Glück, dass unser neues Studio in der Alteburger Straße recht groß und mit einem zentralen Innenhof günstig geschnitten ist. Dadurch können wir in Corona-Zeiten 100% kontaktlos arbeiten, ohne dass sich Sprecher, Toningenieur oder Regisseur überhaupt physisch begegnen.
Mit unserem modernen Netzwerk können wir mehrere Räume verbinden, sodass alle kontaktlos ohne Störungen miteinander arbeiten können.
Aufnahmen und Regie sind bei uns auch über Skype und andere Tools möglich. Zum Beispiel, um für Hamburger oder Münchener Studios Sprecher in Köln aufzunehmen oder eine bekannte Synchronstimme aus Berlin live nach Köln zu schalten. Jetzt in der Pandemiezeit hilft uns diese Technik und Erfahrung natürlich immens, den kontaktlosen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten. Trotzdem ist unsere Arbeit anstrengender und umständlicher durch Corona geworden, und durch die Kontaktlosigkeit auch weniger persönlich. Das Persönliche, das vermissen wir sehr.

Persönliches Ambiente – und trotzdem Corona-gerechtes Arbeiten

Was macht den Standort in der Kölner Südstadt für Euch aus?
Wir hatten mal die Chance, ein größeres Tonstudio direkt am Dom zu übernehmen, welches eine super Lage und Ausstattung hatte, aber es fehlte der Charme. Die Südstadt ist für uns die perfekte Heimat: Die Kombination aus urbanem, kosmopolitischem Charme und eben echt kölschem Veedel macht es aus.
Unsere Kunden und Sprecher kommen sehr gerne zu uns. Dazu tragen besonders die nette Atmosphäre und die vielen kreativen Firmen, seien es Ateliers, Filmproduktionen oder kollegiale Tonstudios, bei. Und hoffentlich bald auch wieder die vielen kleinen Restaurants, Kneipen und Bars.
Zudem sind wir über den Chlodwigplatz verkehrstechnisch mit dem ÖPNV recht gut zu erreichen.

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Stadtrad – Service, Fahrrad
Als 1994 in einem kleinen Lädchen auf der Teutoburger Straße „Stadtrad“ eröffnete, ahnte niemand welch rasante Entwicklung dieses Geschäft n…

Kannst Du uns einen kleinen Einblick in die aktuellen Projekte geben?
Mit den Sprechküken machen wir gerade recht viel für LEGO, und auch für eine Animationsserie für den WDR steuern wir eine coole Sprechküken-Kinderstimme als Hauptrolle zu. Für die RTL-Gruppe vertonen wir bereits wieder On Air Promotion Trailer, und auch der erste Dokumentarfilm wird gerade mit einem englischen Muttersprachler für den internationalen Vertrieb vertont. Als größeres Projekt steht auch ein Audioguide für ein größeres Museum für 2021 an, da läuft aber noch die Ausschreibung. Viele Projekte kommen bei uns kurzfristig, und so füllt sich nach und nach der Kalender. Uns wird dadurch eigentlich nie langweilig!

Was sind Eure Wünsche für 2021?
Naja, zunächst einmal wünschen wir uns wie alle eine Besserung mit Blick auf die Pandemie. Wir hatten für 2020 eigentlich Synchronworkshops mit Kindern geplant sowie viele persönliche Treffen mit Kunden und Sprechern – wir hoffen, das 2021 nachholen zu können und wieder mehr echten persönlichen Kontakt zu allen zu pflegen, das wirkt sich sicherlich auch positiv auf unsere Produktionen aus.

Text: Evelyn Maria Denda

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