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Karnevalsveranstaltung: Spatenstich am Waidmarkt

Montag, 15. November 2010 | Text: Wassily Nemitz | Bild: oohmmenhoppe

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Eigentlich wird in Köln jeder, der am 11.11. um 11:11 Uhr eine Konkurrenzveranstaltung zur Sessionseröffnung auf dem Heumarkt plant, für geistig umnachtet erklärt. „Wie kann man sich erlauben, den Oberbürgermeister zu einer solchen Zeit einzuladen?“, wollte denn auch scherzhaft der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Karl-Jürgen Klipper von Jochen Unkelbach wissen. Der Geschäftsführer der FAY Waidmarkt GmbH hatte zu besagter Uhrzeit zum Spatenstich für das Areal am Waidmarkt geladen. Und konterte fröhlich: „Wir dachten, er will viel lieber hier hin kommen!“

Er kam natürlich nicht – trotzdem wurde am Waidmarkt ausgiebig gefeiert. Karl-Jürgen Klipper machte den Auftakt zu einer Reihe von Reden, die anlässlich des Spatenstichs am Kölner Waidmarkt in einem eigens dafür aufgebauten Festzelt gehalten wurden. Für ihn ist Fay, ein familiengeführtes Frankfurter Bauunternehmen, nach nunmehr drei Bauprojekten „in Köln angekommen.“

Bereits vorher, bei der Ankunft der Gäste, schallte kölsche Musik aus den Lautsprechern. In das geschmückte Festzelt geladen waren zum einen Anwohner aus der Umgebung, zum anderen zukünftige Bewohner des neuen Quartiers. Eine von ihnen erzählt im Gespräch mit Meine Südstadt: „Wir wohnen im Moment in der Nähe des Rudolfplatzes und wollten eine kleinere Wohnung haben, aber unbedingt in der Innenstadt bleiben.“ Auch wenn das Gebiet momentan sicherlich nicht sehr attraktiv sei: „Das hat hier Zukunft.“ Die zukünftige Waidmarkt-Anwohnerin ist „bislang sehr zufrieden mit der Kommunikation der Firma Fay.“

Mit dieser Meinung stand sie nicht alleine da: Auch Klipper war voll des Lobes für die Firma und ihr Projekt: „Ich kann dem Investor nur danken“, sagte Klipper, der um genau 11:11 Uhr eine Narrenkappe aufsetzte und damit die Lacher auf seiner Seite hatte, „hier haben wir einen Nutzungsmix, der genau dem einer modernen Stadt entspricht, mit Wohnen, Nahversorgern und Dienstleistern.“ Dass es aber nur eine einzige Tiefgaragenausfahrt am Waidmarkt geben soll, kritisierte er. Er wünsche sich eher einen anderen Ort dafür, insbesondere weil viele Schüler tagtäglich den Waidmarkt passierten.

Als Schritt „von der Planung zur Wirklichkeit“ bezeichnete Architekt Prof. Thomas Bieling den Spatenstich-Tag. Der von Fay-Geschäftsführer Unkelbach als „geistiger Vater des Projekts“ bezeichnete Bieling hob vor allem die Bedeutung des Hochhauses hervor. Ihm sei der Erhalt wichtig gewesen, da er in Gesprächen mit Anwohnern festgestellt habe, dass den Menschen das Gebäude sehr wichtig sei, auch wenn  es „nicht zu den schönsten“ gehöre.

Nach einer weiteren Ansprache von Wolfgang Heid, dem Sprecher der Geschäftsführung von Fay, schritt man dann zur Tat: Unter der Moderation von „3SÖCK“-Frontmann Detlef Lauenstein nahm Pfarrer Dr. Dominik M. Meiering von Sankt Johann Baptist die Segnung der Baustelle vor – und Jochen Unkelbach, Thomas Bieling, Karl-Jürgen Klipper, Wolfgang Heid und Pfarrer Meiering gruben ein wenig in der matschigen Erde. Anschließend schallerte es wieder aus den Lautsprechern – diesmal live eingespielt von der Kölsch-Band „3 SÖCK“.

 

Während sich die Gäste am aufgebauten Buffet eindeckten, sprach der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Karl-Jürgen Klipper, im Gespräch mit Meine Südstadt von „einem Zeichen dafür, dass sich die Severinstraße im Aufwind befindet.“ Doch das Neubau-Projekt am Waidmarkt dürfe nicht die einzige Maßnahme in diesem Prozess bleiben – auf dem Gelände des eingestürzten Stadtarchivs wünscht sich Klipper eine kulturelle Nutzung oder eine Art Versammlungsraum für die Bürger. „Auf keinen Fall sollte das Gelände reines Baugrundstück werden“, befindet er. Eine Nutzung durch die anliegenden Schulen (Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und Kaiserin-Augusta-Schule) hält er für nicht nötig.

Der tatsächliche Baubeginn mit der Errichtung der Tiefgarage wird übrigens erst im Januar sein.

Hintergrund: Am Waidmarkt soll bis zum Jahr 2012 ein großes Bebauungsprojekt entstehen. Entlang der Tel-Aviv-Straße entsteht ein Hotel der Marke „Motel One“, entlang des Blaubachs sich ein daran anschließender Büroriegel. Unter anderem soll darin ein Ärztehaus entstehen. Im Innern des durch diese Gebäude entstehenden Hofs werden sechs freistehende Wohngebäude gebaut. Die Wohnungen sind größtenteils bereits verkauft. In den Erdgeschossen  soll Gewerbe einziehen, u.a. ein Supermarkt der Firma „Rewe“. Das Hochhaus des ehemaligen Polizeipräsidiums bleibt stehen, wird aber komplett entkernt und als Bürogebäude neu genutzt. Es soll bereits Mitte 2011 bezugsfertig sein.
Die Firma Fay ist ein größtenteils noch in Familienbesitz befindliches Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen hat bereits etwa 100 Bebauungsprojekte realisiert.

 

Der Autor ist Chefredakteur und Herausgeber der Kölner Südstadt Zeitung.

 

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Text: Wassily Nemitz

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