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Neuigkeiten

Kehrtwende am Waidmarkt

Donnerstag, 13. Januar 2011 | Text: Wassily Nemitz | Bild: Wassily Nemitz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das Hochhaus des ehemaligen Polizeipräsidiums Waidmarkt wird nun doch abgerissen. Ursprünglich war vorgesehen, das 14-stöckige Gebäude bis Mitte 2011 zu sanieren und für Büroflächen zu nutzen. Der Frankfurter Investor „Fay“, der das gesamte ehemalige Polizei-Areal neu bebaut, kündigte das am Abend bei einem Pressetermin an. Projektleiter Jochen Unkelbach begründete den Schritt damit, dass im alten Hochhaus massive Schäden an etwa 1000 tragenden Säulen festgestellt worden seien: Bei der Errichtung des Gebäudes seien Türen fehlerhaft befestigt worden, indem für Verankerungen der Beton der Säulen abgeklopft und die Befestigung am Stahlinnenträger erfolgt sei. Zwischenzeitlich wurden bereits vier Etagen komplett entkernt, weil zunächst noch die Hoffnung bestand, die Säulen könnten in anderen Etagen noch intakt sein. Die Bauarbeiten seien aber eingestellt worden, nachdem bei Stichproben auf allen Etagen fehlerhafte Stützen entdeckt wurden, so Unkelbach. Kostenschätzungen hätten ergeben, dass eine Sanierung unter diesen Bedingungen etwa doppelt so teuer wäre als geplant. Somit sei eine Sanierung nicht wirtschaftlich. Fay habe sich daher entschlossen, das Gebäude abzureißen und durch einen Neubau mit exakt denselben Maßen wieder zu errichten. Die Kosten hierfür lägen mit rund 1 Million Euro  mehr „unwesentlich“ über denen einer Sanierung, wie sie vor der Identifizierung der Schäden kalkuliert worden seien.

Vorab hatte bereits der Kölner Stadt-Anzeiger über die Pläne berichtet. Dort wurde angezweifelt, ob ein Neubau an gleicher Stelle den Kriterien des Höhenkonzepts bzw. des Bebauungsplans gerecht werde. Das Höhenkonzept der Stadt sieht vor, dass im Innenstadtbereich Gebäude maximal 22 Meter hoch sein dürfen. Das alte Hochhaus ist aber etwa 49 Meter hoch. Ein gleichartiger Neubau wäre also nach diesen Kriterien nicht erlaubt. Fay-Projektleiter Unkelbach ist allerdings der Auffassung, dass der vorliegende Bebauungsplan einen Neubau mit einer Höhe von 49 Metern nicht ausschließt. Im Gegenteil sei sein Unternehmen sogar dazu verpflichtet, eine Bebauung dieser Höhe zu errichten, da dies der Bebauungsplan so vorsehe. Da das Gebäude exakt so groß sein werde wie das alte, ändere sich im Endeffekt nichts an der Situation. Die Fassade des neuen Gebäudes ist nach einem ersten Entwurf von Fay-Architekt Dr. Biehling unwesentlich anders gestaltet als die alte. Die Stadt Köln habe in Verhandlungen aber einen Architekten-Wettbewerb gefordert. Somit werde man einen solchen durchführen, auch wenn Fay vom Biehling-Entwurf überzeugt sei.

Entwurf des Neubau am Blaubach

Auf die Vorhaltung eines anwesenden Journalisten, die Fay-Gruppe handele gegen den erklärten Willen der Kölner Bevölkerung, erwiderte Unkelbach: „Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Ich kann nur sagen, was im Bebauungsplan steht – und da steht drin, dass wir das Gebäude so hoch bauen müssen.“ Fay gehe davon aus, dass die Stadt den Bauantrag genehmigen werde. In Vorgesprächen habe es eine sehr aufgeschlossene Haltung und Verständnis seitens der Stadt gegeben. Unkelbach bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. In Anwohnerkreisen wird allerdings an dieser Darstellung gezweifelt; zahlreiche Bürger wollen von einem Disput zwischen Stadt und Fay wissen.

Die Bekanntgabe der Entscheidung bedeutet eine Kehrtwende für die öffentliche Wahrnehmung des Projekts: Bislang war die Fay-Gruppe mit ihrer transparenten Informationspolitik und ihrer stringenten Handlungsweise sowohl bei Presse als auch bei Anwohnern gut angekommen. Eine Anliegerin, die ungenannt bleiben möchte, spricht jetzt von einem „Desaster“. Erneuten Lärm und Dreck könne sie nicht ertragen. Jochen Unkelbach kündigte gegenüber Meine Südstadt an, es gebe keine massive zusätzliche Belästigung. Der etwa 5-monatige Abriss werde von innen heraus erfolgen, eine Sprengung oder ein großflächiger Abbruch seien nicht vorgesehen. Außerdem ginge sein Unternehmen weiter davon aus, dass das Gesamtprojekt inklusive des neuen Hochhauses bis Ende 2012 fertig gestellt sein werde. Somit seien derartige Sorgen unbegründet. Unkelbach widersprach damit anderslautenden Medienberichten, wonach Zeitverzögerungen zu erwarten seien: Die Baugrube sei nahezu vollständig ausgehoben und auch die archäologischen Ausgrabungen des Römisch-Germanischen-Museums seien fast abgeschlossen. Unterdessen hat sich ein Apartment-Hotel als neuer Mieter gefunden; das Hotel der Marke „adagio“ wird in den Gebäuderiegel am Blaubach ziehen. Ein bereits geschlossener Mietvertrag für einen Etage des Hochhauses ist in „gegenseitigem Einvernehmen“ wieder aufgelöst worden.

 

War der „Rettungsplan“ des alten Hochhauses nur vorgeschoben und der eigentliche Plan der Fay-Gruppe von Anfang an der Bau eines neuen Hochhauses? Verstößt dieser Neubauplan tatsächlich gegen das Höhenkonzept der Stadt? Das sind Fragen, die es jetzt zu klären gilt. Doch: Wäre ein Neubau wirklich ein Skandal? Oder ist es letztlich nicht unerheblich, ob das am Waidmarkt stehende Gebäude aus altem oder neuem Material erbaut ist? Hätte es bei der Sanierung keine Probleme gegeben, hätte sich über das stehenbleibende Gebäude zumindest niemand ernsthaft aufgeregt …

 

 

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Text: Wassily Nemitz

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