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Lükes Liebes Leben

Keine Fähnchen, kein Gehupe

Montag, 14. Juni 2021 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Klar, ich hätte einfach abschalten können, als am Samstagabend im ZDF ein Mensch vor laufenden Kameras mit dem Tode rang. Zumal die dänischen Kicker sogleich einen menschlichen Sichtschutz gebildet hatten, um ihren am Boden liegenden Mitspieler vor den Kamerablicken zu schützen. Ich habe nicht abgeschaltet. Warum auch immer. Die Verantwortung dem Sender übertragen, Schockstarre, was weiß ich. Immerhin lösten sich die Bilder bald vom unmittelbaren Geschehen der Reanimation und es wurden vorwiegend Totalen aus dem Stadion gezeigt. Für die Bilder ist bei der EM nicht der Sender sondern die UEFA zuständig, aber natürlich hätte das ZDF früher aussteigen können. Egal. Kommentator Béla Réthy entledigte sich seiner undankbaren Aufgabe mit Respekt und als man dann doch irgendwann aus den Live-Bildern ausstieg und ins Studio schaltete, machten auch Moderator Jochen Breyer und seine beiden Gäste aus ihrer betroffenen Sprachlosigkeit keinen Hehl. Schließlich gab man zu einem Zeitpunkt, als noch nicht klar war, ob Christian Eriksen seinen Zusammenbruch überleben würde, zu den „heute“-Nachrichten ab. So weit okay. Doch dann erschien nicht der Sprecher sondern ein krächzendes Mainzelmännchen als Auftakt zu einem kompletten Werbeblock für Produkte aller Art. Da war offenbar nirgendwo ein Verantwortlicher, der diesen instinktlosen Unsinn gestoppt hätte. Auch während der Nachrichten war da niemand ins Grübeln gekommen, denn bevor man dann sinnigerweise eine Konserve von „Der Bergdoktor“ auf den Schirm brachte, gab´s einen weiteren Werbeblock.

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Ansonsten findet diese EM ja in der Öffentlichkeit nicht statt. Keine Länderfähnchen, die an Autos flattern, keine Außenspiegel-Überzieher und keine Wimpel, die ins Fenstern baumeln. Nur in einem Schrebergarten habe ich eine imposante Deutschlandfahne entdeckt. Aber die hängt da wahrscheinlich ganzjährig. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hielt sich in den Geschäften das Angebot am üblichen Deko-Plunder verglichen mit früheren Turnieren arg in Grenzen. Gibt´s überhaupt Panini-Bildchen? Ist irgendwo in der Südstadt Public Viewing? Nach dem Sieg der Italiener gegen die Türkei hatte ich ja zumindest einen kleinen Autocorso erwartet, habe aber kein Gehupe mitbekommen. Gab´s wenigstens vorm Formula Uno eine Party?

Drive-in-Biergarten

Ansonsten ist ja im Viertel jeden Abend Party, seitdem man auch ohne die 3Gs wieder draußen vor Kneipen sitzen darf. Und die lange gebeutelten Wirte nutzen so ziemlich jeden Parkstreifen, um die Fläche für die Außengastronomie zu erweitern. Was natürlich nicht jedem motorisierten Anwohner gefällt. Aber da ich nicht zu den Menschen gehöre, die hier täglich nach Feierabend einen Parkplatz suchen müssen, soll es mir recht sein. Bisweilen kommt es aber auch zu einem erstaunlich friedlichen Miteinander von trinkfreudigen Menschen und PKWs. Beispielsweise auf dem Parkplatz an der Achterstraße, wo man mit ein paar Tischen, Bänken und Sonnenschirmen einen überaus lauschigen Biergarten errichtet hat. Wenn mich nicht alles täuscht, wird die Location von der Kneipe Em Scheffge auf der Severinstraße betrieben, die über einen Hinterausgang zum Parkplatz verfügt. Neben der Idylle hat diese Außengastro noch den unschlagbaren Vorteil, dass man mit dem Auto direkt bis vor den Biertisch fahren kann. Bis zur Bushaltestelle sind´s auch nur ein paar Meter. Eindeutig mein Highlight unter den Biergärten der Südstadt. Ist auch immer gut besucht.

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Wandern für Bargeld

Es ist in Zeiten von Homebanking natürlich ein Kuriosum, aber letztens hatte ich eine größere Menge Bargeld, die ich nicht daheim ins Kopfkissen einnähen wollte. Also nach alter Art auf die Bank damit. Doch als ich den Vorraum der Sparkasse KölnBonn am Chlodwigplatz betrat, prangte auf beiden Automaten, bei denen man Bargeld einzahlen kann, die Info: „Außer Betrieb. Techniker ist informiert“. Aber auf den informierten Mann wollte ich nun doch nicht warten. Als ich die beiden Herren, die da im radikal verkleinerten Schalterraum hinter einem Tresen hockten, fragte, ob sie mir bei meinem Anliegen womöglich behilflich sein könnten, gab´s nur ein energisches Kopfschütteln und die Empfehlung eines netten Spaziergangs zur Filiale an der Bonner Straße. Die Zweigstelle befindet sich kurz hinter der Kreuzung mit der Schönhauser. Wahlweise hätte ich auch noch zum Barbarossaplatz oder zum Neumarkt latschen können. Schon klar, dass auch Sparkassen sparen müssen und wir mit zwei voll funktionstüchtigen Filialen in der Südstadt lange Zeit geradezu verwöhnt waren. Aber dass nach der Schließung der Zweigstelle an der Severinstraße auch die am Chlodwigplatz nur noch als Automatenpark existiert, ist ein schlechter Witz. Die Südstadt ist doch nicht Quadrath-Ichendorf. All die betagten Menschen im Viertel, die den Maschinen nicht trauen und gern auch kleinere Beträge von Girokonto oder Sparbuch am Schalter abholen oder ihre Überweisungsformulare am liebsten persönlich überreichen, müssen jetzt gut zu Fuß sein, um etwa zur Filiale am Neumarkt zu tapern. Wo, anders als in der Südstadt, so gut kein Mensch wohnt.

Text: Reinhard Lüke

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