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Glaube

Schulterschluss gegen den Hass

Freitag, 19. September 2014 | Text: Jörg-Christian Schillmöller | Bild: Yunay

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Seit Monaten wird in Deutschland über Radikalisierung im Islam, über deutsche Dschihadisten in Syrien, über Salafisten und Extremisten diskutiert. Die großen muslimischen Verbände wollen heute ein Zeichen setzen gegen Hass und Unrecht, sie wollen die Deutungshoheit nicht den extremen Rändern überlassen. Darum finden heute in ganz Deutschland nach dem Freitagsgebet Mahnmachen der muslimischen Verbände statt. Mitten in der Südstadt hat einer der wichtigsten Verbände seinen Sitz: Der Zentralrat der Muslime, auf dessen Homepage auch die wichtigsten Infos über die Aktion zu finden sind. „Meine Südstadt“ sprach heute früh mit dem Vorsitzenden Aiman A. Mazyek.

 

Herr Mazyek, was war Ihr Antrieb für die heutige, bundesweite Aktion?

 

Es war die Gemengelage der letzten Monate. Wir haben Gewalterfahrungen erlebt, es hat Brandanschläge gegeben, auf Synagogen und Moscheen. Und kriminelle Banden und Mörder missbrauchen den Islam, um unseren Glauben in den Dreck zu ziehen. Wir haben gesagt: Pamphlete reichen nicht. Wir brauchen einen Schulterschluss mit den Opfern, denn wir teilen Werte gegen das Unrecht. Das wollen wir deutlicher zeigen als bislang.

 

Es wird viel über eine schleichende Radikalisierung diskutiert. Stehen die Muslime insgeheim unter Generalverdacht?

 

Die letzten Wochen haben zumindest gezeigt, dass die Hemmschwelle gesunken ist. Die Radikalen, Rechte wie Religiöse, haben das ausgenutzt, bis hin zu der ‚Scharia-Polizei‘ in Wuppertal. Wir dürfen diese Ränder nicht stärken.

 

Kann man in den Moscheegemeinden mehr Prävention leisten?

 

Die ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Basis der Muslime ist zum Teil genervt und immer mehr auch verängstigt: Das ist kein gutes Klima. Wir müssen die Trennschärfe verbessern zwischen Religion und Extremismus.

 

Wenn man Bilder sieht, wie etwa der Salafist Pierre Vogel in Hamburg vor Anhängern draußen in der Öffentlichkeit predigt, dann ist das nicht gerade ein Beleg für Trennschärfe?

 

Ich meine die Trennschärfe im Mediendiskurs. Solche Bilder irritieren eher, aber indem man sie überproportional zeigt, stärkt man die radikalen Ränder. Und schwächt die Mehrheit der Muslime, die gerne betet – aber nicht als Show-Veranstaltung. Wir müssen aufpassen, dass diese Kräfte nicht die Deutungshoheit übernehmen. Die Mehrheit der Muslime ist angewidert von so etwas.

 

Hatten Sie jemals Kontakt zu Pierre Vogel?

 

Ich wollte bisher die Beschimpfungen nicht kommentieren.

 

Könnte ein Streitgespräch mit ihm etwas bringen?

 

Es müsste ein Gespräch sein, um des Inhaltes wegen und nicht für die Profilierung.

 

Sie haben Ihr Büro am Sachsenring, hier in der Südstadt.

 

Ja, und wir gehören zur ATIB, das ist eine Moscheegemeinde, die ‚Union der türkisch-islamischen Kulturvereine‘.

 

Wie viel Platz haben Sie dort?

 

Oh, wir haben sicher Platz für 300 bis 400 Muslime in der Moschee. Sehen Sie, heute gibt es im ganzen Land Großkundgebungen, in NRW ist etwa eine in Bielefeld (Anm. d. Red.: Dort hatten sich Brandanschläge auf Moscheen ereignet). Aber unser Aktionsbündnis bezieht sich heute in ganz Deutschland auf das Freitagsgebet, dort ist in den Moscheen überall das Thema, wie man gegen Hass und Unrecht ein Zeichen setzen kann.

 

Darf ‚Meine Südstadt‘ Sie mal dort besuchen?

 

Gern.

 

Herr Mazyek, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Text: Jörg-Christian Schillmöller

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