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Lükes Liebes Leben

Systemrelevante Handtasche

Montag, 2. November 2020 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Mit dem 11.11. ist ja jetzt alles geklärt. Nix findet statt. Und nirgendwo im Stadtgebiet gibt’s Alkohol zu kaufen. Damit kann ich leben. Muss nur dran denken, rechtzeitig für meinen Weinvorrat fürs Abendessen zu sorgen. Letztes Jahr, als zur Karnevalszeit Glasverbot herrschte, stand ich nämlich ziemlich bedröppelt im Laden, weil man mir allenfalls irgendeinen Fusel im Tetrapack verkaufen wollte, bzw. durfte.

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Ein Einfall von Feierwütigen aus dem Umland bleibt jedenfalls vermutlich aus. Kommt es da aber womöglich zu einer Gegenbewegung? Durstige Kölner schwärmen in den Speckgürtel aus, wo es noch Alkohol gibt und reihern zur Abwechslung mal in Hürth oder Bergisch Gladbach in die Vorgärten? Abwarten.

Live im Vollplayback

Immerhin lässt uns unser Heimatsender am 11.11. nicht im Stich. Pünktlich zur magischen Uhrzeit überträgt er die Sessionseröffnung. Die findet aus gegebenem Anlass allerdings nicht am Alter Markt sondern in der Eventhalle des Festkommittees am Maarweg statt. Wobei das mit „Eventhalle“ etwas hoch gegriffen ist. Das ist der Schuppen, in dem sonst die Wagen für den Rosenmontagszug gebastelt werden. Aber sie werden es schon hübsch dekorieren. Im WDR sendet von dort bereits ab 10 Uhr. Auf einer Bühnen sorgen dann 25 Bands und Solisten für ordentlich Stimmung. Natürlich ohne Saalpublikum. Und damit auch ja keine Aerosole durch die Halle fliegen, finden die Auftritte im Vollplayback statt. Die Übertragung dauert bis 16 Uhr! Da weiß ich doch, was ich am 11.11. mache. Den Mund zu einer Konserve lippensynchron auf und zu zu machen, ist ja auch nicht einfach. Aber das kriegen die hin. Und wenn ich mich dann auf meinem heimischen Sofa noch nicht wund geschunkelt habe, gebe ich mir abends im Fernsehen noch „Köln singt zohus!“ aus einem Studio in Bocklemünd. Da sind dann auch alle wieder dabei.

Ich will Socken. Sofort!

Zur Ungerechtigkeit unseres Lockdowns light ist ja eigentlich alles gesagt. Drollig finde ich allerdings, dass es von offizieller Seite dazu hieß, man müsse das Volk leider in seinem Freizeitverhalten reglementieren. Also deshalb bleiben Theater, Konzertsäle, Kinos und Kneipen dicht. Der Einzelhandel darf aber öffnen. Das ist schön, aber wann strömen die Menschen zu H&M oder in andere Konsumtempel? Doch wohl in ihrer Freizeit. Shoppen als Beruf kenne ich jedenfalls noch nicht. Und dass der Kauf einer neuen Handtasche oder von Schuhen und Socken derart drängt, dass er keine vier Wochen Aufschub duldet, dürfte eher selten vorkommen. Egal, der Handel mit allem und jedem gilt als systemrelevant. Und Gastro und Kultur eben nicht. Obwohl dort kaum weniger Menschen arbeiten. Könnte es sein, dass die unsinnige Unterscheidung in erster Linie damit zu tun hat, dass in den Bereichen wesentlich mehr Freiberufler und Mini-Jobber unterwegs sind, die schlicht eine geringere, bzw. gar keine Lobby haben? Dennoch gönne ich allen Angestellten im Handel ihren Job von Herzen. Schon damit diese hirnrissige Bestellerei im Internet vor Weihnachten nicht noch üblere Auswüchse annimmt. Amazon hat seinen Umsatz im dritten Quartal um 37 Prozent gesteigert und seinen Gewinn auf 6,3 Milliarden Dollar geschraubt. Macht 2,1 pro Monat für Jeff Bezos und seine Aktionäre.

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Puster im Duell

Kollegin Judith hat es bereits vermeldet: Das neue Klettergerüst auf der Spielplatzbrache An der Eiche erstrahlt in unübersehbarem Grün. Die eigentliche Sensation dabei ist, dass es von der Demontage bis zur Wiedereröffnung nur ganz vier Wochen gedauert hat. Eigentlich war das Teil sogar schon 14 Tage früher fertig, aber ein Aushang am Zaun ließ wissen, dass der Sicherheits-Check erst am 27. Oktober stattfinden könne. Der fand dann wirklich statt und nur einen Tag später war auch das Gehege entfernt. Respekt. Ansonsten sind auf dem Areal verstärkt Menschen mit Maßbändern und Notizblöcken unterwegs. Da ist offensichtlich ganz Großes in Planung. In Köln ist zwar immer viel in Planung, auch wenn die Umsetzung bisweilen etwas dauert. Aber der BER wurde ja nun auch eröffnet. Bis da was passiert, erfreue ich mich am alljährlichen Schauspiel der Laubpuster auf dem Areal. Letzte Woche haben sich Männer in Grün einen ganzen Vormittag lautstark zu schaffen gemacht und wieder schöne Blätterhügel errichtet. Die sind inzwischen natürlich wieder vom Winde verweht. Macht nix. Kommen die Jungs halt nochmal. Mit einem sirrenden Elektropuster ist hingegen, gern auch morgens um 7, ein AWB-Mann unterwegs, dessen Job es ist, den Gehweg von Laub zu befreien. Weshalb er die Blätter durch den Zaun auf den Spielplatz pustet. Vielleicht erlebe ich es ja noch, dass sich die Männer in Grün und Orange mit gezückten Waffen gegenüber stehen und sich lautstark duellieren.

Text: Reinhard Lüke

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