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Kultur

„Theater, Theater, der Vorhang geht auf“ – Nachlese zur Theaternacht

Mittwoch, 10. Oktober 2018 | Text: Evelyn Maria Denda | Bild: Evelyn Maria Denda

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Was fängt man an nach Feierabend Anfang Okotber eines jeden Jahres in Köln? – Richtig, seit 18 Jahren laden die privaten, städtischen und freien Theater während der Theaternacht in der ganzen Stadt mit Ausschnitten aus ihrem Repertoire zum Schauen, Staunen, Betrachten, Lächeln oder Kopfschütteln ein. Und dieses Mal sind wir vor Ort für meine.suedstadt dabei. Aus dem abwechslungsreichen Programm haben wir uns fünf Spielstätten im Veedel ausgesucht, die uns mit einer bunten Mischung aus unter anderem Sprech- Tanz- und Performancetheater begeistern. Die Eröffnungsfeier im Heizkraftwerk (mit sehr leckeren Häppchen, auch das muss erwähnt sein) stimmt auf einen wundervollen Abend ein. Dazu trägt auch die magisch anmutende Beleuchtung der Außenfassade bei.

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Für uns geht es vom Kesselhaus am Heizkraftwerk weiter zur Comedia, bevor wir der Kölner Theaterakademie und dem Theater der Keller einen Besuch abstatten. Den krönenden Abschluss (wenn auch mit verwackeltem Krönchen, so viel sei verraten) bildet das Metropol Theater. Stets begleitet werden wir übrigens von kleineren und größeren Menschengrüppchen, die an diesem Abend einmal nicht gebannt auf ihre Smartphones starren. Vielmehr suchen sie auf dem extra für die Theaternacht angefertigten – wohlgemerkt analogen – Stadtplan das nächste Theater, das sie besuchen möchten.

Orpheus im Kesselhaus.

Wenn das Büro zur Unterwelt wird

Was man im Büroalltag auf einer Etage der Olymp Pharma AG und im Eheleben von Orpheus und Eurydike so alles erleben kann, zeigt die moderne Adaption von „Orpheus in der Unterwelt“ durch die Kammeroper Köln. Diese ist an diesem Abend zu Gast im Heizkraftwerk. Die Kombination aus Stücken aus dem original Musikrepertoire und Wortwechseln, die man – wenn nicht sogar aus dem eigenen Umfeld sehr wohl aus TV-Seifenopern – kennt, schaffen ein beschwingtes Operettenerlebnis. Aktuelle Bezüge gibt es hier zur Genüge, wozu nicht nur eine Tanzeinlage mit einem I-Pad, sondern auch die Thematisierung des Einflusses der öffentlichen Meinung beiträgt. Wer jetzt Lust bekommen hat, eines der meistgespielten Werke von Jacques Offenbach in modernem Gewand in voller Länge zu erleben, kann dies in der Kammeroper in Pulheim tun. Auch wenn dort der magische Widerhall der Mauern des Heizkraftwerks wegfallen, lädt der Ort zu einem besonderen Erlebnis ein.

Wieviel wert sind uns unsere Werte?

Dieser Frage gehen die drei Schauspieler in dem Stück „Values//Värde//Werte“ im Comedia Theater in einer Kombination aus Sprech- und Tanztheater eindrucksvoll nach. Dabei kann auf den erhobenen Zeigefinger getrost verzichtet werden. Vielmehr reißen die persönlichen Geschichten der Darsteller mit – nicht zuletzt dadurch, dass die Bühne die vierte Wand durchbricht, sodass die Zuschauer wie in einem Amphitheater von allen Seiten auf die Bühne schauen können. Deren Mittelpunkt bildet nun die Aushandlung der Werte, die wir wie selbstverständlich als Leitlinien für unser Leben proklamieren. Oder – so scheint es, geht es vielleicht vielmehr darum, wer sich für den rechtmäßigen Besitzer der Werte hält?

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Und wie verhält es sich mit den Werten, die dem einen fremd, dem anderen seit der Kindheit selbstverständlich sind? Hinterfragt werden eben diese selten – und allzu oft steht das eigene Handeln im scharfen Kontrast zu ihnen, unabhängig davon, wie hoch sie gehalten werden. Dass dies keine Fiktion ist, sondern vielmehr etwas, was in unserem Alltag allgegenwärtig und aktuell ist, zeigen die Einspieler von O-Tönen aus Nachrichtensendungen etc., die im Kontext der Aufführung wachrütteln und den Blick auf den eigenen (selbstverständlichen) Umgang mit Werten schärfen sollen. Am Schluss des Ausschnitts, den wir an diesem Abend sehen, liegen die Werte und ihre Vertreter am Boden. Ob dies auch das Fazit des gesamten Stücks ist, gilt es bei einem weiteren Theaterbesuch herauszufinden. Für uns geht es nun zu unserer nächsten Station, der Theaterakademie Köln.

Ausschnitte aus der Inszenierung in der Theaterakademie.

Ein erotisches Blatt Papier

In der Theaterakademie erwartet uns das Stück „Zwanzig Seiten in fünf Minuten“. Vier Schauspielerinnen zeigen uns ganz unterschiedliche Arten, wie sie sich einen Theatertext aneignen. Wir erleben zum Beispiel einen erotischen Tanz mit und um den Stücktext, einen Stücktext, der mit Milch verspeist wird, eine Darbietung von Tierlauten – wohl um einen Zugang zu dem Text zu bekommen. Aber auch eine Art des Textlernens, wie sie vielen von uns bekannt vorkommt- auf den Boden sitzend und sich die Haare raufend. Bei der Probeinszenierung sind dann auch die Zuschauer gefragt, wenn es darum geht, wie sich die Figur auf der Bühne wohl fühlt. Ein solcher Einblick in das Spiel im Spiel – auf jeden Fall ein sehr lohnender Besuch.

Abschied und die Frage nach der (Un)schuld

Zur bereits fortgeschrittenen Stunde haben wir wohl zum letzten Mal die Möglichkeit, das Theater der Keller während der Theaternacht in der Kleingedankstraße zu besuchen. Das Theater wird in naher Zukunft der wohnungsbaulichen Erschließung des Gebäudes weichen müssen. Wir sehen Auszüge aus dem Stück „Unschuld“ von Dea Loher, inszeniert in einem Gastspiel des Theaters TKO. Und wir werden gleich mehrfach mit einem Perspektivenwechsel konfrontiert. So tauschen Schauspieler und Zuschauer an diesem Abend die Plätze – der Zuschauerraum wird zur Bühne und wir nehmen auf der bestuhlten Bühne Platz. Fünf Personen sitzen, stehen oder kämpfen miteinander umeinander und werfen dabei die Frage nach ihrem Dasein auf – als Mutter, die gerne eine außergewöhnliche wäre, als Tochter, als Ehemann, aber auch als Einsame in der Fremde. Die Stimmen allein haben die Macht, uns zu fesseln mit Fragen und Schicksalen, die das Leben offenbart. Wir bekommen auch Antworten – sie sind Fragmente und – ob das dieselben sind, die wir finden würden, bleibt uns überlassen.

Rumpelstilzchen im Metrotol-Theater.

Steam Punk trifft Märchen – da bleibt kein Auge trocken

Nach dieser ausdrucksstarken, zuweilen etwas verstörenden Inszenierung schlendern wir zu unserer letzten Station, dem Metropol Theater – dort wartet eines der bekanntesten Grimm’schen Märchen, das Rumpelstilzchen, auf uns. Davon geht jeder Besucher aus, der den Stücktitel nicht komplett gelesen hat – heißt er doch: „Rumpelstilzchen. Kein Kindermärchen“. Dass wir hier keine klassische Märcheninszenierung dargeboten bekommen, tut dem Stück in keiner Weise einen Abbruch. Uns begegnen ein Prinz und ein Rumpelstilzchen im Steam Punk Stil, eine Lightshow und eine Protagonistin, die ihre Rolle als Wertobjekt hinterfragt. Und das alles vor einer Kulisse, die uns auch im Märchenwald begegnen könnte. Mit geschickt gesetzten Pointen und Wortwitz schafft es das Stück, die realitätsfernen Elemente und die Widersprüche innerhalb des Märchens zu entlarven, ohne dem Zuschauer jedoch die Freude, sich ins Märchenland zu begeben, zu nehmen. Urkomische Momente sind garantiert – und die Suche nach der Antwort, wer nun das Lametta-Gold gesponnen hat, auf jeden Fall einen Besuch im Metropol Theater wert.

Die vielfältige Theaterszene im Veedel

„Die ganze Welt ist eine Bühne“, das wusste schon Shakespeare – und wir stellen fest: Die Theaternacht im Veedel eröffnet den Besuchern die so vielfältige Welt des Theaters. Und macht Lust darauf, die Stücke in voller Länge zu sehen. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.

Text: Evelyn Maria Denda

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