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Kultur

Wüstenwind und Rosenhauch: The return of Groschenroman

Freitag, 17. Mai 2019 | Text: Judith Levold | Bild: Oliver Köhler

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Was sich anhört, wie der Titel eines Groschenromans, ist auch genau das. Selbst geschrieben und vertont, als „Melo(die)Dram für Damenchor“.

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Erfunden hat dieses Gesang meets Groschenroman-„Genre“ Ilka Brandt, Steuerberaterin mit Büro in der Südstadt. Sie schreibt als Kunstfigur Wellgunde von Stolzenstein die Scripte extra für die Darbietung in Form eines Musicals, und zwar eins pro Jahr.

Chorleiterin Ilka Brandt

Ilka Brandt, Gründerin des Gesangstechnischen Hilfsdienstes

Mehr Barockes singen

„Mir ist mal so ein Heftchen in die Hände gefallen und schon nach den ersten paar Sätzen hab´ ich mich gekugelt vor Lachen. Ich hab das dann Freunden vorgelesen an einem netten Abend, und alle haben sich weggeschmissen, ich war seitdem fasziniert davon. Und als dann bei meiner Freundin Kathrin im Friseurladen (Haarem am Ubierring, Anm. der Redaktion) für ein Konzert der Künstler sehr kurzfristig absprang, habe ich zu ihr gesagt: Du, ich les´ den Leuten was aus ´nem Groschenroman vor, das amüsiert die bestimmt – hat geklappt!“
Damals leitete sie schon drei Jahre lang den Südstadt-Shanty-Chor „Ahoi-Brausen“ und hatte großen Spaß am Thema Chorleitung. Da sie das Groschenroman-Thema aber sehr beschäftigt habe und sie außerdem auch mehr Barockes singen wollte, stieg sie aus und gründete kurzerhand einen neuen Chor, mit dem sie die Groschenromane irgendwie intonieren wollte.

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„Gesangstechnischer Hilfsdienst“

„Das war so, dass wir überlegt haben, Groschenromanpassagen allein vortragen geht nicht, das muss man gesanglich unterstützen. Und dann kam unserer Chorkollegin Caroline die Idee: Wir sind der Gesangstechnische Hilfsdienst.“ erzählt Sophie Tiercelain, Finanzchefin des Chors und auch aus der Südstadt.

Chor: gesangtechnischer Hilfsdienst

Südstädterinnen vom Gesangtechnischen Hilfsdienst, Finanzchefin Sophie Tiercelain, 3.v.r.

So wie mindestens ein Viertel der gut 20 „begabten Sängerinnen, die sich nicht scheuen, Beruf und Familie im Stich zu lassen, um leidenschaftlich Groschenromanen den nötigen Kontext zu verleihen“, wie es im Programmheftchen heißt. Bei den Proben werde viel gelacht, die Texte seien einfach zu witzig, alle Protagonisten adelig und was immer vorkommen müsse, sei „Einfach, aber sauber!“, erzählt Annette Kreutter, Goldschmiedin aus der Kurfürstenstraße, die seit Jahren dabei ist. „Wir singen vor allem Klassik, von Bach über Bruckner und Purcell, aber auch Queen oder Abba sind vor uns nicht sicher. Diesmal ist ein Stück von Fanny Hensel dabei, der Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy!“

Generalprobe GTHD

Diszipliniert: Der GTHD mit Gesangslehrer bei der Generalprobe

Alle adelig

Einmal die Woche proben sie mit Musiker Gerhard Lewandowski, alle vier Wochen leisten sie sich einen professionellen Gesangslehrer. So wie heute: Es summt und mmmmmmmmhhhht und iie-a-a-aaaaat beim Warmmachen und der Klang wird klarer, das Volumen größer – alle sind voll konzentriert, schließlich ist das die Generalprobe für die Premiere von „Wüstendwind und Rosenhauch“: Der Geschichte aus Osmanistan, in der Ilka Brandt ihre „Protagonisten auf der Suche nach der letzten Scherbe des Leandros-Schatzes auf eine Achterbahn der Gefühle schickt – was führt der schmucke Scheich Iris nur im Schilde?“. Selbstverständlich sind alle Mitwirkenden adelig…

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Premiere ist am Samstag, den 18.5. um 20h im Klettenberger Brunosaal, in der Südstadt erst am 8. November in der Alteburg. Den Gesangstechnischen Hilfsdienst kann man aber nicht nur bei seinen Konzerten erleben, sondern auch für private oder Firmenfeiern buchen – es gibt dann natürlich einen Heldenroman: Ein aus Eurer persönlichen familien- oder Firmengeschichte geschriebenen Groschenroman. Also Liebesroman mit Ärzten, Piraten und Adligen…

Text: Judith Levold

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