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Kultur

Alles bestens. Bis auf Corona

Mittwoch, 3. März 2021 | Text: Reinhard Lüke | Bild: Oliver Köhler

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Vor einem Jahr hätte sich Franziska Erdle auch nicht träumen lassen, dass sie sich mal brennend für die Öffnungszeiten von Kölner Grundschulen interessieren könnte. Musste sie aber. Denn so lange die ABC-Schützen zum Home-Schooling gezwungen waren, musste auch das Musikhaus Süd seine Türen schließen.

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Für die Pianistin, die seit mehr als 20 Jahren am Ubierring eine Klavierschule betreibt und 2018 zudem die schmucke Filiale auf dem Spielplatz an der Annostraße eröffnet hat, macht das allerdings aus ihrer Sicht wenig Sinn. Schließlich bietet die Schule vornehmlich Einzelunterricht an diversen Instrumenten an. Zwei Menschen mit reichlich Abstand in einem Raum, das sollte doch einigermaßen sicher sein. Doch die Corona-Wächter entschieden: Schule ist Schule.

Aber jetzt darf in dem Haus wieder musiziert werden. Natürlich mit Hygiene-Konzept. Beim Unterricht an Blasinstrumenten trennen Plexiglaswände Schüler und Lehrer. So lief der Betrieb schon das ganze letzte Jahr über. Beim ersten Lockdown im Frühjahr blieb das Haus natürlich ebenso geschlossen wie während der letzten beiden Monate. Die meisten Dozenten, allesamt Freiberufler, stiegen notgedrungen auf Online-Unterricht um. Nur Franziska Erdle mochte nicht. „Für mich hat so eine Stunde“, erklärt sie, „etwas sehr Intimes, das auch von einer zwischenmenschlichen Atmosphäre lebt und die kann ich über Kamera und Bildschirm nicht herstellen.“

Positive Bilanz im neuen Haus

Von der leidigen Pandemie einmal abgesehen, fällt die Bilanz der zweieinhalb Jahre im neuen Haus jedoch durchweg positiv aus. Viele neue Schüler haben sich angemeldet und auch unter den Dozenten hat es so etwas wie einen Verjüngungsprozess gegeben. Wo viele der rund 20 Lehrer so um die 50 sind, hat sie jetzt mit einem 22Jährigen, der kurz vor Abschluss seines Musikstudiums steht und Jazz-Gitarre unterrichtet, jetzt ein echtes Küken in der Truppe. Der mit der Eröffnung des Hauses geründete Förderverein zählt inzwischen über hundert Mitglieder und zudem hat man sich die Unterstützung durch diverse Stiftungen gesichert. Wodurch neben einem etwas betagten Steinway nun auch ein echter Bösendorfer-Flügel für den Unterricht und für Konzerte zur Verfügung steht.

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Ebenso wichtig wie der Unterrichtsbetrieb ist Franziska Erdle, dass das Haus im Besitz der Stadt, das vorher viele Jahre ungenutzt vor sich hin rottete, von den Nachbarn durchweg positiv aufgenommen wurde. Was auch damit zu tun hat, dass sich die unmittelbare Umgebung durch das Musikhaus merklich verändert hat. Wo früher viele Männer mit Tagesfreizeit und großem Durst beieinander hockten, findet man heute kaum noch Leergut und sonstige Hinterlassenschaften im Gebüsch. Dafür werden die beiden Tischtennisplatten, die immer schon da waren, inzwischen häufiger genutzt. Auch nach Einbruch der Dunkelheit, weil neben dem Eingang zum Haus ein Strahler mit Flutlichtqualität das Areal erleuchtet. Womit die Musikschule allerdings nichts zu tun hat. „Wir haben nur mal bei der Stadt angefragt“, so Erdle, „ob man die defekte Lampe, die bereits da war, nicht wieder funktionstüchtig machen könnte. Und dann hat man dieses Monstrum dahin gesetzt.“

Dass nun wieder unterrichtet werden darf, ist schön, aber nicht mehr als ein bescheidener (Wieder-)Anfang. Konzerte wird es drinnen wie draußen zunächst so wenig geben wie Proben der Kinder- und Seniorenchöre. Vor allem die betagten Mitglieder des letzten, überwiegend Damen, hätten unter dem Ausfall echt gelitten, erzählt Franziska Erdle. „Die kamen ständig vorbei und fragten, wann es denn wieder losginge.“ Was die Hausherrin ihnen natürlich nicht sagen konnte und noch immer nicht kann.

Nach Corona gibt es eine Party

Hinsichtlich der Instrumentalkonzerte gab es zumindest an den Adventssonntagen letzten Jahres kleine Trostpflästerchen. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es aus dem großen Dachfenster des Hauses Konzerte in Minimalbesetzung, die von Woche zu Woche ein größeres Publikum anlockten. Auch wenn seit einem Jahr die (Neben-)Einnahmen durch Vermietungen, Workshops und Seminare fehlen, wird das Musikhaus Süd Corona überleben. „Und wenn dieser ganze Mist irgendwann vorbei ist“, kündigt Franziska Erdle an, „dann machen wir hier eine riesige Party.“ Es wird dann vermutlich nicht die einzige in der Südstadt sein. Aber vielleicht die mit der besten Musik.

 

Text: Reinhard Lüke

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