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Gesellschaft

Gehen, wenn es am blödsten ist: Der „polnische Abgang“ an Silvester

Montag, 30. Dezember 2019 | Text: Stefan Rahmann | Bild: pixabay.com

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Was tun, wenn die Silvesterparty in Richtung Höhepunkt strebt, die eigene Stimmung aber unaufhaltsam in die Gegenrichtung driftet? Dann ist guter Rat normalerweise teuer. Aber natürlich nicht auf der Heimatseite Eures Urvertrauens. Wir empfehlen umsonst und danach draußen den „polnischen Abgang“. Ursprünglich aus dem Berliner Raum stammend wird der Begriff im Rheinland zusehends beliebter. Gut polnisch ist ein Abgang, wenn man sich von der Party stiehlt, ohne irgendeinem Bescheid zu sagen. Die Gründe können vielfältig sein: Der Ex taucht plötzlich mir seiner Neuen auf. Man hat zu schnell vom Falschen viel zu viel getrunken. Man versucht an Unterhaltungen teilzunehmen, dringt aber nie in die inneren Zirkel der Gesprächskreise vor. Und so weiter. Es gibt dann nur einen Weg, diesen verpfuschten Abend zu retten: Raus da! Und zwar schnell.

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Der Profi hält sich beim polnischen Abgang an ein paar goldene Regeln: Kein Sterbenswörtchen zu jemand anderem! Erkenne den richtigen Moment! Hast Du mal einen Gesprächspartner, und der muss auf Klo? In diesem Zeitfenster heißt es, Jacke und Tasche raffen. Und Abgang. Und dann? Schau nach vorne, nie zurück! Vor allem, wenn jemand nach Dir ruft. Schalte Dein Smartphone aus, sobald Du draußen bist! Sei unerreichbar bis zum nächsten Nachmittag! Wichtig: Verschwinde ohne schlechtes Gewissen! Kein Gastgeber hat Lust auf eine sentimental-melancholische Abschieds-Szene, die am Ende noch andere Gäste als Chance begreifen, die lausige Party ebenfalls zu verlassen.

Der polnische Abgang hat übrigens auch in anderen Kulturen Tradition. In Frankreich heißt er englischer Abgang. Und umgekehrt. Der polnische ist auf der iberischen Halbinsel als spanischer bekannt. Dann gibt es noch den tschechischen Abgang. Den beschreibt die einschlägige Literatur als Ankündigung eines polnischen, sobald man bei der Party aufschlägt. Das erschließt sich uns nicht, weil der tschechische ja dann kein schulbuchmäßig-polnischer mehr sein kann.

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Nicht empfohlen von den Experten wird übrigens ein polnischer Abgang bei einem Kerzenschein-Kennenlern-Silvester-Essen zu zweit. Es sei denn, man weiß schon vor dem Aperitif, dass der eigene Beziehungs-Status „Single“ am nächsten Morgen weiter besteht.

„Ithaka!!!“

Sei‘s drum. Wem all die polnischen, tschechischen, spanischen und sonstwie Heimlichkeiten zu blöd sind, wählt den sagenhaften altgriechischen Abgang. Und der geht so: Man baut sich inmitten der Gäste auf und schreit wie Odysseus so lautstark wie möglich:„Ithaka!!!“ Dann wissen alle, dass man unverzüglich und ohne aufgehalten zu werden nach Hause zurückkehren möchte. Es sei denn, die Nacht hielte noch das eine oder andere Abenteuer bereit. Ihr hättet es verdient. Aber das ist dann eine ganz andere Geschichte.

Text: Stefan Rahmann

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