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Kultur Südstadt

Gitarre, Hut und Popmusik

Dienstag, 16. Oktober 2018 | Text: Sarah Koldehoff | Bild: Sarah Koldehoff/Privat

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wer häufig am Chlodwigplatz unterwegs ist, kam vielleicht schon in den Genuss eines kostenlosen Konzertes: Unter dem Bogen des Severinstors ertönt deutscher Popgesang, begleitet von den melodischen Tönen einer Akustikgitarre. Südstadt-Musiker Basti Schank spielt hier regelmäßig, für Hutgeld, und probiert seine neuen Songs aus, manchmal auch unterstützt von Musiker-Kollegen. Benötigt werden der Hut, die Gitarre, vielleicht ein paar Shaker und los geht das spontane Mini-Konzert. Mit seiner Musik verbindet Basti Schank Folk und Popmusik mit Elementen aus Jazz und HipHop, beeinflusst von Singer-Songwritern wie Johannes Oerding oder Ed Sheeran. „Hier macht die Straßenmusik totalen Spaß, es bleiben auch echt oft Leute stehen. Die Obdachlosen hier feiern es auch und geben tolles Feedback“, erzählt Basti im Interview.

Mit Trommel in die Kirche

Musikalische Tendenzen zeigten sich schon früh: Bereits im zarten Alter von vier Jahren weigerte sich der Jungmusiker, den Weihnachtsgottesdienst ohne seine heißgeliebte Trommel zu besuchen. Darauf folgten Wohnzimmerkonzerte mit der jüngeren Schwester als Türsteherin, Auftritte in der Schülerpunkband und bei „Jugend musiziert“. Üben durfte Basti im im Jugendzentrum Bauspielplatz – dort drummte er auch für die hauseigene Band und dort lernte er vor allem „zu Improvisieren“, wie er bei seinem Geburtstagskonzert anlässlich der 40-Jahre-Baui-Party im September erzählte.
Vom Schlagzeuger im Hintergrund rückte der gebürtige Südstädter dann als Gitarrist und Sänger immer weiter Richtung Bühnenmitte. Die erste Gitarre kam noch vom Sperrmüll und wurde mit Legosteinen restauriert.
Ganz in der Nähe des Chlodwigplatzes, auf dem Mainzer-Straßen-Fest, fand auch Bastis erster richtiger Auftritt statt: „Da durfte ich zum ersten Mal vor Publikum spielen – wusste aber nicht, wann genau. So habe ich sieben Stunden zitternd gewartet und konnte vor Nervosität nichts essen oder trinken. Entsprechend fiel dann auch der Auftritt aus, das Publikum war aber sehr gnädig“, erinnert er sich. „Da wusste ich dann – das will ich machen“.

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Freiheit und Glücksmomente 

Seine eigenen Texte singt der 21-jährige auf Deutsch, was nicht immer der Fall war. „Mit 16 habe ich die ersten Texte auf Englisch geschrieben – man will sich ja immer international geben. Es war zwar ganz angenehm, wenn nicht jeder auf Anhieb die sehr persönlichen Texte verstand, gleichzeitig habe ich damit aber auch eine Art Mauer geschaffen“ reflektiert er und ergänzt „danach rieten mir viele, mich doch auch mal an deutschen Texten zu probieren, allen voran der Vater meiner damaligen Freundin“. Ausgerechnet die Trennung von jener Freundin diente kurze Zeit später als Inspiration für den ersten deutschsprachigen Song. Der Herzschmerz verflog, die deutschen Texte blieben. Heute sind die Lieder thematisch eher positiv besetzt, oft geht es noch immer um die Liebe. Über Freiheit und Glücksmomente schreibe er am liebsten, so Basti. „Negative Texte sind natürlich auch dabei, die behalte ich aber meist für mich. Ich möchte meinem Publikum Positives mitgeben!“

Von Stadt zu Stadt

Im letzten Jahr tourte Basti einmal im Uhrzeigersinn durch Deutschland. In 17 Städten fragte der Singer-Songwriter in Cafés, ob er spontan etwas spielen könne. Seine Schlafplätze fand er meist in Hotels, etwa die Hälfte aber auch über eine App, in der immer mal wieder postete, ob jemand Platz für einen Musiker und seine Gitarre hätte. „Das hat alles super viel Spaß gemacht“, erzählt Basti und verrät: „In den verschiedenen Städten Straßenmusik zu machen, hat auch gut funktioniert, obwohl das von Stadt zu Stadt auch teilweise echt variierte“. Unterschiede in den Mentalitäten der verschiedenen Städte habe er schon gespürt, meint er: „Insgesamt hat natürlich jede Stadt ein eigenes Feeling. Mir hat zum Beispiel Hannover sehr gefallen, worüber sich viele gewundert haben.“ Auf die Frage, welche denn die amüsanteste Begebenheit auf Tour gewesen sei, grinst er und erzählt „Einmal habe ich mit Verstärker Musik gemacht, woraufhin das Ordnungsamt kam. Die haben dann CDs gekauft – und mich danach weggeschickt. Da habe ich mich gefreut, denn so wird man ja gerne verscheucht“. Nach der Tour schrieb Basti für seine erste Live CD das Lied „Lebe meinen Traum“, in dem er jede Stadt mit besonderen Erlebnissen verknüpft. „Auf Tour ist mir auch das erste Mal aufgefallen, was Köln im Gegensatz so für ein Gefühl vermittelt. In Frankfurt habe ich zum Beispiel ein Lied über Köln geschrieben, weil ich da positive Energie brauchte“ sagt er, relativiert aber lachend: „Nein Spaß, aber Köln ist natürlich schon sehr offen, irgendwie hat man hier das Gefühl, man geht lächelnd durch die Straßen und es lächelt auch ab und zu mal jemand zurück“.

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Momentan musiziert Basti meist mit Kontrabassist Luca Müller, und seit sie ihn ganz dreist einer konkurrierenden Band ausgespannt haben, vervollständigt der Schlagzeuger Dennis Sent das Trio. Seit kurzem werden die drei außerdem von Ellikays Gesang musikalisch unterstützt, sind aber auch noch offen für weitere Mitglieder. Zusätzlich zu Live-Auftritten arbeitet die Gruppe zurzeit am ersten Studioalbum, dessen Veröffentlichung für 2019 geplant ist. Auch mit Band ist der Chlodwigplatz zentraler Ort von Bastis Musik geblieben: nebenan im Coellner spielen die Musiker in wechselnder Besetzung regelmäßig, zuletzt auf der diesjährigen Südstadt Safari. „Für mich ist diese Location echt besonders, denn dort durfte ich jedes Jahr zu einem ganz anderen Schaffenszeitpunkt spielen“, sagt Basti. „Dafür bin ich dankbar und freue mich darauf, was noch kommt.“ Kostproben von Basti Schanks Musik gibt es hier oder beim nächsten Live-Auftritt mit Band am 19.10. im Coellner.

Text: Sarah Koldehoff

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