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Kultur

„Macht was Tolles draus!“

Donnerstag, 18. Juli 2013 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Barbara Siewer

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

fordert der 10-jährige Max Rinke die Journalisten beim Pressetermin auf . Ich werde mich bemühen! Max Rinke steht neben seiner Freundin Carla Fluder im Studio des Synchronateliers Stimm & Truppi in der Metzerstraße, Kölner Südstadt. Die beiden Kinder sprechen die Hauptrollen in der tschechisch-deutsch-slowenischen Ko-Produktion des Kinderfilms „Der blaue Tiger“, der im Herbst in den deutschen Kinos anläuft.

Regisseur Petr Oukropec, Schauspieler Daniel Drewes (der böse Bürgermeister) und Bernd Lutzer (von logoSynchron) (v.l.n.r.) erzählen über die Entstehung des Films „Der blaue Tiger“

 

Der tschechische Regisseur Petr Oukropec ist extra aus Prag angereist, um die deutschen Stimmen seiner tschechischen Helden, persönlich kennenzulernen. „Hello Carla, do you want to sit down?“ fragt er Carla freundlich als sie mit Krücken ins Synchronatelier gehumpelt kommt. „What happened?“ fragt er weiter. Carla erklärt: „I played football yesterday“. Petr Oukropec hat selber drei Kinder und kennt solche Situationen nur zu gut. Der Prager Regisseur und Produzent hat das Kinderbuch „Der blaue Tiger“ der 6-fachen Mutter und Autorin Tereza Horváthová gelesen und es für die Leinwand adaptiert. „Das ist mein erster Film als Regisseur. Mein erster Film mit Kindern. Und mein erster Film mit Tieren“ klärt er auf. „Die Tiger haben wir bei einem Züchter in der Nähe von Prag gefunden. Die beiden sind Zwillinge und heißen Aaron und Tarzan. Sie sind drei Monate alt gewesen bei Dreharbeiten. Wir haben insgesamt 36 Tage gedreht, davon 10 mit den Tigern.“

Die Geschichte klingt gut: Mitten in einer lauten Stadt liegt ein botanischer Garten. Er ist ein bisschen vernachlässigt und Johannas Mutter putzt dort. Johannas bester Freund Matthias lebt mit seinem Vater, dem Gärtner, auch im botanischen Garten. Der Garten ist jedoch bedroht vom gemeinen Bürgermeister (Daniel Drewes), der ihn abreißen und dort ein Entertainmentcenter bauen möchte. Plötzlich taucht ein blauer Tiger im Garten auf und könnte den Garten retten. Zunächst existiert der Tiger in Johannas Fantasie. Doch dann wird er immer realer. Auch die Kinder Johanna und Matthias sind am Erhalt des Gartens interessiert. Sie finden den Tiger und müssen ihn vor dem bösen Bürgermeister schützen.

„In Tschechien ist der Film bereits angelaufen. Und ich habe ihn schon auf vielen Festivals rund um den Globus gezeigt,“ erzählt Petr Oukropec „Er hat viele internationale Preise gewonnen in Norwegen, Tschechien, Rumänien, den Niederlanden, Kanada, Amerika, Hong Kong und der Schweiz. Auch in Köln ist er schon während der cinepänz gezeigt worden. Es ist schön zu sehen, dass viele Kinder in der ganzen Welt, den Film mögen.“

Carla Fluder und Max Rinke sind durch ihre Synchronisations- und Sprecharbeit gute Freunde geworden.

 

Carla und Max kennen den Film nicht. „Wir haben den Trailer zu dem Film und einige weitere Sequenzen gesehen. Aber noch nicht den ganzen Film,“ erklärt Carla, die deutsche Synchronstimme von Johanna. „Wir kriegen unseren Text hier zum ersten Mal zu sehen. Wir stellen uns ans Pult und sprechen ihn dann sofort. Das passiert spontan.“

Meine Südstadt: Wie seid ihr zur Synchronisation gekommen?
Max Rinke: „Unsere Väter sind Tontechniker. Mein Vater fragte mich zum ersten Mal, ob ich etwas sprechen möchte als ich drei Jahre alt war. Seitdem habe ich schon einige Male synchronisiert und Carla auch. Über das Synchronisieren haben wir uns kennengelernt und sind jetzt Freunde.“

Meine Südstadt: Was macht euch daran Spaß?
Carla Fluder: „Man kann sich in eine Person hineinversetzen und sie spielen. Früher dachte ich, dass Filme automatisch vom Computer synchronisiert werden. Jetzt weiß ich wie es geht.“

Meine Südstadt: Seid ihr nervös?
Max Rinke: „Heute bin ich sehr nervös, weil ich noch nie eine so große Rolle hatte. Bis jetzt hatte ich nur so 45 Takes höchstens. Für diesen Film brauchen wir 84 mit mir und über 100 mit Carla. Hier muss man auch ein bisschen spielen, niesen und laut atmen.“

Meine Südstadt: Wie reagieren eure Freunde auf eure Synchronarbeit?
Carla Fluder: „Mir ist es ein bisschen peinlich, meine Stimme zu hören. Die Mädchen in meiner Klasse finden das super und viele wollen mit mir in den Film gehen.“
Max Rinke: „Meine Freunde finden das cool. Ich würde auch von Beruf gerne Schauspieler werden.“

Nun werden die Journalisten aus dem Studio geworfen. Die Arbeit geht los. In der Regie versammeln sich alle um Tonmeister Phillip Kleine und Synchronbuch- und Synchronregieautor Cay-Michael Wolf. „Die Kinder sehen den Text und den Film hier zum ersten Mal. Wir gehen auch nicht chronologisch vor sondern in rein wirtschaftlichem Sinne.“ Erklärt Cay-Michael Wolf. Sowohl auf den drei Monitoren in der Regie als auch auf dem Monitor im Studio läuft der Film an.

Johanna und Matthias laufen in einem verlassenen Schwimmbad herum und erfreuen sich an dem Echo ihrer Stimmen. Gejohle und Gejuchze ist zu hören. Zweimal sehen und hören wir die Sequenz im Original: „Jetzt versuch’ mal, Max.“ fordert Cay-Michael Max auf. „Ja, das war schon ganz gut. Achte mal auf den Rhythmus der Stimme von Matthias im Film.“ Max versucht es noch einmal. „Ja, der Anfang etwas länger und am Ende etwas kürzer“ wünscht sich der Synchronregisseur. „Jetzt bist du dran, Carla. Johanna sagt ‚beeil dich’ zu Matthias und juchzt dann.“ Carla versucht es. „Das ‚beeil dich’ war jetzt ein bisschen unfreundlich. Und etwas deutlicher, bitte.“ Nach zwei weiteren Versuchen ist Cay-Michael zufrieden. Akribisch hat er die Rohübersetzung ins Deutsche mit den Lippenbewegungen der tschechischen Kinder verglichen. Er hat den Text so modifiziert, dass er mit den Originallippenbewegungen lippensynchron ist. Er hat auf Verschlusslaute geachtet und wann der Mund auf und wann zu ist. Die Cutterin im Studio kontrolliert, ob die Sekunden der deutschen Stimmen mit denen im tschechischen Original übereinstimmen. Manchmal hat sie Einwände: das war zu schnell oder das war zu langsam.

Bernd Lutzer von logoSynchron erklärt über die Arbeit mit Kindern: „Kinder haben eine schnellere Auffassungsgabe. Mit ihnen darf man aber nur drei Stunden pro Tag arbeiten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Kinder sind insgesamt fünf Tage im Studio. Max zwei Tage und Carla drei. Synchronisationen sind sehr aufwendig. In Deutschland arbeiten wir sehr perfekt an einer Synchronisation. Die Synchronisation von einem 90-minütigen Film kostet zwischen 20.000 und 30.000 Euro.“

Weitere Infos zum Film finden Sie hier.

 
 

Text: Aslı Güleryüz

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