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Gesellschaft

Mütterliche Nachbar*innen

Montag, 4. Juni 2018 | Text: Judith Levold | Bild: Judith Levold

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Zuletzt, am Fronleichnamstag, die Sonne knallt, schlendere ich mit Kind über den Maternuskirchplatz. Da buddeln zwei Nachbarn aus der Siegfriedstraße in dem Bisschen Erdreich, Silke und Ilja. Sie hocken an den kleinen, mit Mauerkante eingefassten Flächen zur Alteburger Straße hin und entmüllen sie, entkrauten die Beete darin und pflanzen Neues an. Es ist angenehm unter den dicht belaubten Bäumen auf dem Platz vor der gut hundert Jahre alten Kirche – ein idealer Veedelstreff, eigentlich.

Stiefmütterlich behandelt

Denn eigentlich sollte an dem Platz längst was passiert sein, also städtischerseits.
Studierende der TH Köln hatten sich in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt bereits 2009 dazu Gedanken gemacht und Konzepte entwickelt. Einer von ihnen, René Böhmer, lieferte den Gewinner-Entwurf. 2010 wurde die Verwaltung daraufhin beauftragt, den Maternuskirchplatz zunächst schon mal kurzfristig umzugestalten, was aber nicht geschah. Daraufhin beschloss der Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung von November 2011 einstimmig in einer Stimmungswende, dass der Maternuskirchplatz doch nicht nur kurzfristig und provisorisch umgestaltet werden sollte, sondern dass die Verwaltung den ursprünglichen Entwurf von Student René Böhmer ausarbeiten, die Kosten für seine Umsetzung ermitteln und diese für den Haushalt 2012 anmelden sollte. 2012 wurde schließlich in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen in der Bezirksvertretung Innenstadt unter anderem die Entsiegelung des Maternuskirchplatzes beschlossen. Stiefmütterlich, wie so viele Projekte in den Vierteln, wurde seither an der Umsetzung der Pläne gearbeitet, will heißen: Ohne sichtbare Ergebnisse. Dass die Grünen in der BV-Sitzung im Mai letzten Jahres beantragten, dass wegen der Langatmigkeit bis zur Neugestaltung (inklusive Entsiegelung) der Platz doch zumindest mal zackig übergangsweise instand gesetzt werden müsse, ist die bislang letzte Randnotiz in dieser Sache.

Treffpunkt im öffentlichen Raum

„Das wär´doch super, wenn hier der Boden aufgerissen würde und eine Wiese entstünde“ findet Silke. Während sie beim Gärtnern an dem mickrigen Beet auf dem Platz hockt, empört sie sich darüber, dass die Leute einfach über das Beet latschen, da Müll reinwerfen und ihre Hunde sich erleichtern lassen. „Das liegt natürlich auch ein bisschen daran, dass das über den Winter so verwildert und überwuchert, dass es gar nicht so richtig als Beet erkennbar ist.“

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„Wie, das ist ein Beet?“ seien häufige Reaktionen, wenn man die Leute anspreche, dass sie doch nicht da reintrampeln sollten. Ziemlich typisch für den nicht von Anwohnern aktiv gestalteten öffentlichen Raum. Der Stillstand seitens der Verwaltung in Sachen „Aufenthaltsqualität“ des Platzes, fördert offenbar dessen Belebung nicht wirklich. Nach wie vor besticht er durch holperigen und schadhaften Bodenbelag, wilde Stadtmöblierung mit Strom- und Telekommunikationskästen, Leergut- und Altkleidercontainern, wenige Bänke und: Ganz wenig Grün.

Dicke Luft

Dabei könnte der Platz genau das gut gebrauchen, mehr Grün, um so ein schattiger, zentraler und naturnäherer Platz im Viertel zu werden, auf dem man sich gerne aufhält, auch mit Kindern. Denn die verkehrsreiche Kreuzung Bonnerstraße, Ecke Bonner Wall ist in Sichtweite und die angrenzenden Siegfried-, Veleda- oder Eburonenstraße verfügen allesamt nicht über einen einzigen Baum (!) und auch null sonstiges Grün. Dicke Luft also, im Block. Das bisschen Grün aber, das auf dem Platz tatsächlich schon da ist, wollen Silke und Ilja nicht vor sich hinmickern lassen, sondern auf jeden Fall aufpeppen und sichtbar machen. Liebevoll umzäunen sie mit Zweigen und Ästen die frischen Pflanzen, in der Hoffnung, dass das auch andere zu Pflege, oder zumindest zu Respekt veranlasst. Silke und Ilja machen mit ihrer nachbarschaftlichen Eigeninitiative einen Anfang – wann zieht die Stadt Köln nach? Wir bleiben dran.

Text: Judith Levold

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