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Kultur

Thriller, Familie, Dystopie: die Bücher für den Sommer – BücherwurmsBestes #9

Donnerstag, 30. Juni 2016 | Text: Gastbeitrag | Bild: Soliz

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Die Ferienzeit steht vor der Tür. Wenn man fragt, was die Menschen von ihrem Urlaub erwarten, hört man immer wieder die gleichen Antworten: ausschlafen, Seele baumeln lassen, Telefon ausschalten, ein bisschen mehr Sport und endlich wieder mal ein Buch in die Hand nehmen. Gerade in diesen Tagen wird man jedoch von den Angeboten auf dem Büchermarkt schier erschlagen – die Entscheidung für die richtige Lektüre fällt daher extrem schwer. Jasmin Klein und Jörg-Christian Schillmöller haben die Buchhändler im Veedel befragt.


Es ist eine skurrile Situation, in der Friederike Dobisch mir diesmal ihre Buchtipps verrät: Ich sitze mit Smartphone im überhitzten Auto in Spanien mit Blick aufs Meer (draußen ist die Brandung zu laut zum Telefonieren), und Friederike erzählt von Büchern für die Urlaubszeit.

Als erstes schlägt sie „Was ich euch nicht erzählte“ vor, die Autorin heißt Céleste Ng (das spricht sich „Ing“ aus). „Das ist ein literarischer Thriller“, sagt sie. Gleich im ersten Kapitel wird ein Mädchen tot aufgefunden, das vemisst wurde. Zitat: „Am frühen Donnerstagmorgen durchsucht die Polizei den See und findet sie.“ Friederike gefällt besonders gut, dass die Struktur des Buches rückwärts geht und Stück für Stück aufdeckt, wie es zu dem Tod kommen konnte. Das Buch spielt in den USA, es ist eine Familiengeschichte, die aber laut Friederike auch von Rassismus und Ressentiments gegen Einwandererfamilien aus China handelt – in der späten Mitte des 20. Jahrhunderts.

Céleste Ng: „Was ich euch nicht erzählte“. Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Deutsche Erstausgabe. dtv. 288 Seiten. 19,90 Euro.

Beim nächsten Buch rät Friederike davon ab, sich von dem – wie sie sagt – scheußlichen Cover beeinflussen zu lassen. „Auf dem Bild ist das Meer, davor die Silhouette einer Frau mit Hut in einem Badeanzug hinter einem Windschutz“. Anders gesagt: das pure Klischee. Dann las Friederike eine Rezension über das Buch und dachte sich: OK, ich gebe der Geschichte eine Chance. Sie fing an und las es in einem Rutsch durch. Es erzählt die Gechichte einer Frau, deren Mutter gestorben ist. Die Frau fährt in ein Ferienhaus am Meer und trifft dort ihre Freunde und Ex-Männer und denkt immer wieder an ihre Mutter. „Da waren Sätze drin, die ich sofort unterschreiben konnte“, schwärmt Friederike. „Aber“, sagt sie, „ab und zu schrammt es dann wieder hart am Kitsch entlang. Aber das kann ja auch mal schön sein.“

Milena Busquets: „Auch das wird vergehen.“ Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Suhrkamp Verlag. 170 Seiten. 19.95 Euro.

Beim dritten und letzten Tipp werde ich hellhörig, denn ich mag Dystopien, also Geschichten, die in einer schlechteren Zukunft spielen (meistens mit jugendlichen Hauptfiguren). Friederike mag Dystopien eigentlich nicht so sehr, aber der Autor Mats Wahl ist für sie eine Ausnahme. „Die Reiter“ heißt Band eins seiner Trilogie „Sturmland“, die im Schweden der Zukunft spielt, mit verändertem Klima, mit Stürmen und Regengüssen. „Die Menschen sollen rausziehen von der Stadt aufs Land, und das Land hat eine despotische Regierung“, erzählt Friederike. Elin und Vagn heißen die Helden, es sind Geschwister, und Elin sucht nach ihrem Bruder, der gekidnappt wird, als beide in einen Hinterhalt geraten. Mein heimlicher Favorit diesmal, denke ich.
Mats Wahl: „Sturmland – die Reiter“. Aus dem Schwedischen von Gesa Kunter. Hanser Verlag. 256 Seiten. 14,90 Euro.

Autor: Jörg-Christian Schillmöller

 

 

Wer samstags in den Fantastic Store kommt, kennt Alexander Bach. „?Als Kind las ich die klassischen Helden, Superman, Batman, Spider-Man, später entdeckte ich die franko-belgischen Sachen für mich und stieg Jahre später erneut bei den US-Comics ein, die in der Zwischenzeit grafisch und erzählerisch nochmal viel ansprechender geworden sind.“

Das Erzählerische ist der rote Faden in seinem Leben, in dem alles irgendwie mit Geschichten zu tun hat, inklusive der Nebenjobs. Hauptberuflich ist er Erzähler und steht mit eigenen Texten auf der Bühne, zuletzt mit dem gesprochenen Roman „Start spreadin‘ the Night!“, einer melancholischen Sinatra-Hommage.

Er empfiehlt uns heute vier verschiedene Bücher/Hefte, die alle sehr unterschiedlich sind, aber eines eint: Gute Geschichten und anspruchsvolle Illustrationen.

Passend zur EM der erste Tipp: „Kai Falke“, ein Klassiker aus dem legendären ZACK-Magazin der 70er Jahre. Es dreht sich alles um den Profi-Fußballer Kai Falke, der für den FC Barcelona spielt, und ein paar spanische Straßenjungs, deren Traum es ist, irgendwann mal in seine Fußstapfen zu treten.
Für die Kleinen gibt es also Identifikationsfiguren und für die Großen ist es wunderschön retro: grandios gezeichnet mit Blick in die Fußballwelt der 70er Jahre, mit Stadien, die es so nicht mehr gibt, wie z.B. das alte Müngersdorfer Stadion im zweiten Band („Das Rückspiel“, eine dramatische Partie gegen den 1. FC Köln, inklusive Gastauftritt von Hennes). Früher ein klassischer Kinder-Comic, heute ein Zeitreise-Ticket für Erwachsene.
„Kai Falke“ von Raymond Reding  (Autor, Illustrator), Françoise Hugues (Illustrator), Salleck Publications, 12,90 €.

„„Kleine Katze Chi“ ist schon eine Weile auf dem Markt, aber ungebrochen erfolgreich. Kein typischer Manga. Die Abenteuer einer kleinen Katze, die sich verlaufen hat, dann eine neue Gastfamilie findet und die Welt mit ihren süßen Katzenaugen betrachtet. Für ganz kleine Manga-Leser eine spannende Geschichte. Die liest man sogar von vorne nach hinten.“
„Kleine Katze Chi“ von Konami Kanata, Carlsenverlag, 9,95 €.

„Mach’s gut, Chunky Rice“ – „Auch dieser Band kommt erstmal niedlich daher, mit einer Maus und einer Schildkröte als Hauptfiguren. Die sind beste Freunde, aber die Freundschaft gerät an ein Ende, weil die Schildkröte eines Tages weiterziehen möchte: “Ich trage mein Haus auf dem Rücken, ich bin nicht der sesshafte Typ.“ Die Trennung steht also bevor. Sie verbringen noch einen letzten Abend gemeinsam, dann geht Chunky Rice, die Schildkröte, an Bord eines Schiffes, um ins Unbekannte zu reisen. Es wird nicht näher erklärt, warum, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht vielmehr um das Motiv der Trennung, was in dieser Geschichte auf so vielen Ebenen variiert wird, dass man eigentlich schon sagen kann: das ist eine einzige Meditation über das Thema Trennung. Du hast die Schildkröte und die Maus, am anderen Ende der Skala dann aber zum Beispiel Passagiere an Bord des Schiffes wie die siamesischen Zwillinge, bei denen natürlich Getrennt-/Nicht-Getrennt-Sein eine ganz andere Dimension bekommt.
Das Debüt von Craig Thompson kommt täuschend niedlich daher, entfaltet dann aber eine ungeheure Tiefe und hat im besten Sinne etwas Fabelhaftes an sich. Ein wirklich wunderschönes Buch. Manche Kunden zucken zusammen: „Oh nein, Trennung, ich weiß nicht, ob ich meiner Bekannten das schenken kann, die hat es gerade so schwer.“ Denen erkläre ich dann, dass es eigentlich genau das Richtige ist, weil es unglaublich behutsam gemacht ist: ob Du eine Trennung hinter Dir hast, vor Dir, oder ob Du mitten drin steckst – ein ganz, ganz heißer Tipp!“
„Mach’s gut, Chunky Rice“ von Craig Thompson, Reprodukt, 16 €.

„Savage Sword of Criminal“ – „Auch hier täuscht der erste Blick. Es sieht aus wie altes, etwas angerödeltes Conan-Magazin, hat sogar „Februar 1976“ auf dem Cover stehen – das ist natürlich alles Fake. Es handelt sich um einen One-Shot aus der Feder von Ed Brubaker als Autor und Sean Phillips als Zeichner, die innerhalb der Reihe „Criminal“ in sich abgeschlossenen hard-boiled Kriminalgeschichten auf die Leserschaft loslassen.
Das hier ist ein Special, das in keinem Sammelband enthalten ist, ein perfekter Einstieg, und ein wunderschön gestalteter noch dazu: Man hat als Faksimile eben jenes Magazin in der Hand, das in der Story eine tragende Rolle spielt, inkl. des Adressaufklebers der Gefängnisbibliothek, aus der es vorgeblich entliehen ist. Es wechseln sich gefakte Magazinseiten mit der eigentlichen Story ab, die die Rahmenhandlung bildet. Wie immer bei Brubaker und Phillips optisch ein Hochgenuss; eine absolut großartige Krimistory, und ich finde es ein nettes Gimmick, dass Du quasi ein Requisit aus der Geschichte in Händen hältst, während Du sie liest.“
„Savage Sword of Criminal“, Ed Brubaker und Sean Phillips, englisch, nur im Fantastic Store.

Autor: Jasmin Klein

 

 

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Text: Gastbeitrag

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