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Kultur

West-Ostlicher Divan

Montag, 10. Juni 2013 | Text: Judith Levold | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen

So steht es geschrieben bei Johann Wolfgang von Goethe, im 1819 erschienenen West-östlichen Divan, seiner Gedichtsammlung, inspiriert vom persischen Dichter Hafis.
Und um die Verbindung von West und Ost, die gegenseitige Inspiration, geht es auch in der Ausstellung „Kalligraphie – Bewegung und Einsamkeit“, die in den Räumen von Tenri Japanisch Deutsche Kulturwerkstatt zu sehen ist. René Böll und Shôtei Ibata zeigen Tuschemalereien.

„Tuschemalerei hat viel von Tai Chi,“ sagt René Böll mit Entschlossenheit. „Das geht nur mit ganz viel Übung und ganz viel Konzentration – gleichzeitig muss man aber entspannt sein und loslassen. Es ist ein Ganzkörpereinsatz, die Bewegung kommt nicht aus dem Handgelenk!“, fügt er hinzu. Böll hat sich schon in den 70er Jahren für die Tuschezeichnungen asiatischer Künstler interessiert und damals selbst begonnen, mit dieser Technik zu experimentieren und: zu üben.

Zu sehen sind einige seiner Arbeiten, die allesamt eine kräftige Bewegung versprühen, bis zum 19. Juni in der Ausstellung im Gebäude vom Alten Pfandhaus. Gemeinsam mit Bildern des international renommierten japanischen Tuschemalers Shôtei Ibata. Zur Eröffnung der kleinen Schau sind gekommen: der japanische Generalkonsul aus Düsseldorf, ein Vertreter von OB Jürgen Roters, der Bürgermeister von Kyoto und -weil der 80jährige Shôtei Ibata gesundheitlich angeschlagen ist- dessen Schwiegersohn als Vertreter. Alle betonen in ihren Eröffnungsreden ihre Freude über die gemeinsame Ausstellung, ihre Freude über die nun schon 50 Jahre währende Städtepartnerschaft von Köln und Kyoto und man fühlt sich in dem Klischee bestätigt, dass „die“ Japaner sehr fomvollendet und sehr (gast-) freundlich sind. Jeder wird freundlichst vorgestellt, freundlichst übersetzt, und mit gewisser Ehrfurcht werden die Künstler präsentiert und freundlich wird jedem Mitwirkenden gedankt.

Shôtei Ibatas Tuschemalereien unterscheiden sich von denen René Bölls – mit fast vom Papier springender Kraft, und wie man hört, mit einem sehr großen Pinsel aus fünfzehn Pferdeschweifen, gestalten sich seine Schwünge, Schriftzeichen und Silhouetten. René Bölls Zeichnungen hingegen wirken filigraner, jedoch enorm dynamisch. Böll vergleicht diese Technik mit dem Musizieren „Wenn ein Pianist über die Tonfolge nachdenkt, verspielt er sich, er muss aus einem Guss die Tastenfolge automatisch spielen – dann klappt es“, sagt er, und zeigt auf eine Strichführung. „Hier darf man nicht absetzen, das muss in Einem durchgemalt werden, sonst verläuft die Tusche, der Strich ist kaputt“ meint der Sohn des Schriftstellers Heinrich Böll, ein Südstädter und zugleich Kosmopolit. Schon mehrfach war er in Japan, hat dort auch ausgestellt und u.a. mit Künstlern wie Shôtei Ibata gemeinsam gearbeitet. Der berühmte alte japanische Kollege hat ihm zur Eröffnung dieser Ausstellung einen wertvollen Tuscheblock mitbringen lassen, der als Qualitätsmerkmal das Siegel seines Herstellers trägt. Die Frucht von Freundschaft über die Grenzen von Ost-West-Denken hinaus.

 

Kalligraphie und Einsamkeit

7. – 19.06.2013

www.tenri-kw.de

Text: Judith Levold

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