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Kultur

Das Kinoprogramm im ODEON vom 29.9. – 5.10.2011

Donnerstag, 29. September 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: Arsenal Filmverleih

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

In dieser Woche startet ein Beitrag aus der Schweiz – “Das kleine Zimmer” ist als bester schweizer Film 2010 ausgezeichnet worden. Zwischen einem verbitterten alten Mann und einer einsamen Krankenpflegerin entwickelt sich eine unkonventionelle Freundschaft, in der die zwei vom Leben enttäuschten Menschen einander über ihre Trauer hinweghelfen. „Das kleine Zimmer“ erhielt 2011 übrigens auch eine Oscar-Nominierung. Jetzt läuft der Film im ODEON. Freunde der Filmkunst von Lars von Trier kommen ab dem 6. Oktober auf ihre Kosten, denn dann staret „Melancholia“. Im neuen Film des dänischen Regisseurs geht die Welt unter. Neben Kirsten Dunst, die für ihre Leistung in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, spielen Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, John Hurt, Charlotte Rampling und Stellan Starsgard. Was in dieser Woche läuft, haben wir nachfolgend für Euch zusammengefasst.
 

Das kleine Zimmer
1. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 19:00 Uhr
    •    Freitag bis Montag um 15:15 Uhr
    •    Mittwoch um 18:00 Uhr
Unaufdringlich erzählen die beiden Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond in ihrem berührenden Spielfilmdebüt „Das kleine Zimmer“ vom Dialog zwischen den Generationen. Ihr sensibles Kammerstück über Leben und Sterben, einem alten Mann, der sich am Ende seines Lebens nicht bevormunden lassen will und einer jungen Frau, die wieder Lebensfreude findet, besticht durch seine emotionale Stärke und eine zurückhaltende, präzise Inszenierung. Mit ihrem preisgekröntem Drama gelingt den beiden jungen Schweizerinnen ein Plädoyer für mehr Mitgefühl über Altersgrenzen hinweg. Lebensanfang und Lebensende, Verlust und Trauer. Für ihr Spielfilmdebüt hat sich das Schweizer Regie-Duo Stéphanie Chuat und Véronique Reymond einiges vorgenommen. Doch Filme, die sich mit der Selbstbestimmung im Alter auseinandersetzen und das Thema würdevolles Sterben reflektieren, scheinen einen Nerv zu treffen. Dennoch geht es in ihrem berührenden Drama weniger ums Sterben, als um die zaghafte Annäherung zweier verwundeter Seelen, wiedergefundenen Lebensmut und die emotionale Beziehung zwischen den Generationen.
Der eigenbrötlerische Edmond (Michel Bouquet) will seine Eigenständigkeit auch im Alter bewahren. Sein Sohn Jaques (freilich möchte den zuckerkranken Witwer ins Altersheim verfrachten. Denn für ihn steht ein Karriereschritt an. Er will in die USA. Stur wehrt sich Edmond. In seinem Refugium aus Grünpflanzen, Erinnerungsfotos und klassischer Musik fühlt sich der Pensionär heimisch. Die täglichen Hausbesuche seiner jungen Pflegerin Rose (Florence Loiret-Caille) duldet er gerade noch. Ironisch nennt er sie „Frau Krankenschwester“ und macht es ihr nicht leicht, sich um ihn zu kümmern.

Der kleine Maulwurf
1. Woche
    •    Sonntag bis Montag um 14:30 Uhr
Der kleine Maulwurf, die bekannte Zeichentrickfigur aus der „Sendung mit der Maus“, erlebt und entdeckt sehr viel. Ob als Maler oder im Karneval – acht Episoden seiner schönsten Abenteuer als Kinofilm mit hohem Unterhaltungswert für die ganze Familie.

 

Exile Family Movie
0. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 19:45 Uhr
Eine Familiengeschichte – normal, verrückt und außergewöhnlich zugleich. Ein Film über Exil und Heimat, über Eltern, Großeltern, Geschwister und all die anderen nahen und fernen Verwandten einer persischen Großfamilie, die teils nach Europa und Amerika emigriert, großteils aber im Iran geblieben ist. Allen Gefahren zum Trotz gibt es nach 20 Jahren ein geheimes Wiedersehen an einem für die iranische Obrigkeit unverdächtigen Ort: in Mekka. Man kommt aus Amerika, Schweden, Österreich und dem Iran angereist und es wird gelacht, gestritten, gekocht, gefeiert, es gibt übermäßig viele Umarmungen und Küsse, und doch ist es auch ein Aufeinanderprallen der muslimischen und der westlichen Gesellschaften. Ein herzerwärmender Film zum mitlachen und mitweinen.

Gerhard Richter Painting
5. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:00 Uhr
    •    Sonntag bis Montag um 12:30 Uhr
    •    Mittwoch um 19:00 Uhr
Lange Jahre lehnte Gerhard Richter, einer der berühmtesten Künstler der Gegenwart, die zahlreichen Anfragen für Filmprojekte ab. Der Dokumentarfilmerin Corinna Belz gelang es, ihn vor die Kamera zu bekommen und Richter bei der Arbeit zu beobachten. Nicht nur in diesen Momenten ist „Gerhard Richter Painting“ ein faszinierender Film.

Grundeinkommen
0. Woche – ab 12 Jahren
    •    Samstag um 13:00 Uhr
Die Kölner Initiative Grundeinkommen www.bgekoeln.de zeigt: „Grundeinkommen“ ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt.
Bedingungsloses Grundeinkommen??Ein von der Arbeitsleistung unabhängiger Einkommensanspruch des einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Ein Anspruch auf Einkommen für alle und ohne jegliche Bedingungen.?Das ist das bedingungslose Grundeinkommen.??Wer soll das bezahlen? Ist das noch gerecht? Wer arbeitet dann noch??Diesen und vielen anderen Fragen zum bedingungslosen?Grundeinkommen widmet sich das Film Essay. Seit dem Jahr 2005 setzt sich auch ‚dm‘ Gründer Götz Werner, einer der innitiativsten Unternehmer Deutschlands, öffentlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland nach einem von ihm ab 1982 entwickelten Konzept ein. Die Finanzierung des Grundeinkommens beruht demnach auf der allmählichen Abschaffung der Einkommensteuer und der gleichzeitigen Erhöhung der Mehrwertsteuer als „Konsumsteuer“ auf über 50 %.
Mit anschließender Diskussion. Infos zur Kölner Initiative http://bgekoeln.de

Le Havre
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 17:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 21:00 Uhr
Marcel Marx, früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurükgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika. Und so ist Marcel gezwungen sich erneut gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben. Seine einzigen Waffen sind sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der Mitbewohner seines Quartiers. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blindwütigen Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen…
In Le Havre, den er nach längerer Abstinenz zum ersten Mal wieder außerhalb von Finnland drehte, wirkt Aki Kaurismäki erneut so kämpferisch wie in Der Mann ohne Vergangenheit, gleichzeitig aber auch so poetisch wie in seinem ebenfalls in Frankreich realisierten Film „Das Leben der Bohème“.

Mehr dazu im Artikel von Jörg-Christian Schillmöller „Tanzen im Kinosaal“.

Midnight in Paris
8. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 16:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 20:00 Uhr
In seinem 42sten Kinostreich erzählt der 75jährige Altmeister vom frustrierten Hollywood-Autoren Gil (Owen Wilson), dem ein Spaziergang der etwas anderen Art die Augen öffnet: Plötzlich findet sich der Held in den Zwanziger Jahren wieder, plaudert mit Hemingway und Bunuel – und verliebt sich in die Muse von Picasso. Mit champagnerprickelnder Leichtigkeit lädt Allen zur augenzwinkernd vergnüglichen Kunstreise in die Vergangenheit. Grandiose Akteure, scharfzüngig funkelnde Dialoge: „Was Sie schon immer über Paris wissen wollten…“
 

Taste the Waste
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 17:00 Uhr
Welche Massen an Lebensmitteln unsere modernen Überflussgesellschaften verschwenden, zeigt Valentin Thurn in seiner Dokumentation „Taste the Waste.“ Vielfältige Beispiele aus aller Welt trägt Thurn zusammen, beschränkt sich aber nicht auf die bloße Lebensmittelverschwendung, sondern zeigt auch die weitreichenden Folgen für Umwelt und Weltklima auf. Ein erschreckender Film, den jeder Verbraucher sehen müsste.
Schulvorstellungen zu Sonderkonditionen zwischen 9-14 Uhr möglich. Infos unter Telefon: 0228/420767
 
Tom meets Zizou  – kein Sommermärchen
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 21:00 Uhr
Aljoscha Pause hat den Fußballer Thomas Broich sieben Jahre lang mit der Kamera begleitet. Die Essenz aus über 100 Stunden Drehmaterial ist das großartige Porträt »Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen«.
Die Ehrlichkeit ist die größte Qualität des Films, Pause lässt den Zuschauer hautnah an Broichs Seelenleben teilhaben und führt den von Tiefschlägen für seinen Protagonisten wimmelnden Film zu einem Happy End. Pause sagt: »Ich habe mich für Thomas gefreut, als er nach Australien gegangen ist. Das war eine Befreiung für ihn.« Mit Broichs Auftritt im »Aktuellen Sportstudio« erfährt »Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen« nun die größtmögliche Publicity. Nicht wenige Zuschauer werden sich fragen, wo ihr ehemaliger Hoffnungsträger sich ein Jahr lang versteckt hat. Thomas Broich wird sie darüber aufklären, dass er mit seinem Verein Brisbane Roar in einem dramatischen Finale – Roar egalisierte in einer verrückten Verlängerung einen 0:2-Rückstand und gewann im Elfmeterschießen – die australische Meisterschaft errang. Dass er zum zweitbesten Spieler der Liga gewählt wurde und als einer der besten A-League-Importe aller Zeiten gilt, damit wird er nicht hausieren gehen. Wer diesen leisen, ungeschminkten Film sieht, der glaubt, einen der bemerkenswertesten deutschen Fußballer und dessen Karriere ein bisschen besser zu verstehen.
 

Über uns das All
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 22:00 Uhr
Paul, da ist sich die Lehrerin Martha sicher, ist der Mann ihres Lebens. Für ihn gibt sie auch ihre Stelle in Köln auf, um gemeinsam in Marseille ein neues Leben zu beginnen. Doch dann erhält sie die schockierende Nachricht, dass sich ihr bereits vorgereister Mann in der französischen Hafenstadt das Leben genommen hat. Weitere Details kommen ans Licht und Martha wird sich schmerzhaft bewusst, wie wenig sie ihrem Mann kannte. Mitten in ihrer Trauer taucht Alexander auf, der Paul nicht nur ähnlich sieht, sondern Martha auch einen Neuanfang nach ihren Vorstellungen ermöglicht. Sandra Hüller („Requiem“) ist eine Schauspielerin für besondere Filme. In dem Psychodrama von Kinodebütant Jan Schomburg, einer moderne Variante von „Vertigo“, läuft sie als traumatisierte Witwe zu großer Form auf.

Wenn Ihr mehr wissen wollt, lege ich Euch den Artikel „Über uns der Regen“ von Kathrin Rindfleisch ans Herz.

Die anonymen Romantiker
8. Woche – ab 12 Jahren
    •    Sonntag bis Montag um 13:30 Uhr
Wie können zwei extrem schüchterne Menschen zueinanderfinden? – Die charmante, kleine Komödie liefert dazu eine hübsche Geschichte zum Mitfühlen und Mitschmunzeln. Genau der richtige Film für empfindsame Seelen, für hoffnungsvolle Mauerblümchen beiderlei Geschlechts und für alle, die an die unwiderstehliche Magie der Liebe glauben. Zugegeben, es sind dankbare Rollen, aber trotzdem: freuen sie sich auf einen grandiosen Schauspielerfilm mit Isabelle Carré und Benoit Poelvoorde (den sie fast gleichzeitig in „Nichts zu verzollen“ in einer ganz anderen Rollen Charakteristik bewundern können, man kann gar nicht glauben, dass das der gleiche Schauspieler ist wie „Ruben“.)

Text: Gastbeitrag

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