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Kultur

„Vier Mangoos machen den Mix“ – EP-Release der Newcomer-Band Mangoo Factory aus der Kölner Südstadt

Dienstag, 5. Mai 2020 | Text: Evelyn Maria Denda | Bild: Mangoo Factory

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Inmitten einer trubeligen Menschenmenge auf einer Wiese am Baui im Friedenspark hat meine.suedstadt.de im vergangenen Sommer die Newcomer-Band Mangoo Factory um Frontsängerin Celina von Wrochem aus dem Veedel interviewt. Ein Szenario, das zu Corona-Zeiten fast unvorstellbar erscheint. Die aktuellen Umstände führten dazu, dass das Interview dieses Mal statt auf einer Wiese als Zoom-Meeting vor den heimischen PCs stattfand. Dennoch war es nicht weniger erfrischend als das erste Treffen. Wir haben mit der Band über ihre erste Platte, ihre Songs und darüber gesprochen, wie sie die momentane Zeit verbringen.

Der Titel der EP? – Ganz einfach „Mangoo Factory“

Die EP von Mangoo Factory – für alle Nicht-Insider: Bei einer EP handelt es sich um eine Zusammenstellung von Musiktiteln, die anhand der Anzahl und der Dauer zwischen Single und Album einzuordnen ist – ist seit dem 1. Mai auf allen Musikportalen verfügbar und steht dort zum Download bereit. Dabei sorgen die Songs für einen „groovigen Art Pop Sound“. So beschreibt Celina selbst den Stil ihrer Songs, die zum Träumen einladen und die Zuhörer in kleine Episoden aus dem Leben abtauchen lassen.

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Die EP trägt ihren Namen: Mangoo Factory. Dabei sind die Töne, die Mangoo Factory – Mangoo Fabrik – hier online um die Welt schickt, „das erste nicht-live Statement der Band. Auf einen anderen Titel haben wir verzichtet, denn so kann jeder seiner Fantasie seinen freien Lauf lassen, was er wohl zu hören bekommt. Und das ist genau in unserem Sinn“, verrät uns Celina.

„Musik, die nach Mangoos riecht und nach Träumen schmeckt“

Ein besonderes Musikerlebnis versprechen Celina und ihre Band mit Bobby Hansen an den Keys, Luca DiBosco am Bass und David Handke an den Drums in jedem Fall. Sie spielen „Jazz-Pop oder Pop-Jazz“ – Musikrichtungen, die die vier Bandmitglieder auch am Konservatorium „Hoogeschool vor den Kunsten -Artez“ in Arnheim studieren. Die Songs schreibt und komponiert Celina. Dabei ist ihr als Kind einer Musiker-Familie die Musik in die Wiege gelegt. Bereits mit fünf Jahren bekommt sie Geigenunterricht, seit ihrem zwölften Lebensjahr singt sie. Neben Gitarre und Ukulele ist das Klavier ihre Leidenschaft. Dort komponiert sie ihre Songs oder stellt neue Akkorde zusammen. Mit Blick auf ihre Songs hat Celina keine bestimmten Lieblingstexte, denn „es geht in ihnen immer um Situationen, die einfach passieren, um Sachen, die in meinem Kopf sind. Und die bekommen in den Songs oft eine ganz eigene Wirkung. Vor allem, wenn wir sie mit der Band performen und es jeder Einzelne von uns auf eine eigene aber intensive Art spürt“, erklärt sie. Und damit auch keine Situationen verloren gehen, aus denen einmal ein Song entstehen könnte, schreibt Celina sie in kleine Notizbücher. „Und wenn ich neue Akkorde finde, hole ich diese Bücher raus und schaue mir an, welche der Texte zu den Akkorden passen können“, ergänzt sie. So sind auch die vier Songs entstanden, die nun als EP erscheinen.

Vom Nacktbaden, von Barbesuchen, Küssen und blauen Augen

Die Songs hat die Band in einer Reihenfolge arrangiert, die sie von ihren Live-Auftritten übernommen hat. „Wir haben gemerkt, dass die vier Songs harmonisch ineinander übergehen,“ stellen die vier fest. Und dabei bringt die Band mit Stimmgewalt und Präzision auch jeden dieser Songs für sich genau auf den Punkt. Hinter „Skinny Dipping“ verbirgt sich ein Couch-Surfing-Erlebnis von Celina, als sie für eine Aufnahmeprüfung nach Rotterdam fuhr. „An diesem Wochenende im November haben die WG, in der ich zu Gast war, und ich beschlossen, zusammen mit dem Fahrrad an einen See zu fahren. Und dort nackt baden zu gehen. Einfach so“, erzählt Celina. „Er spiegelt diese Spontaneität und Lebensfreude dieses Moments wider“, sagt sie. Ein anderes Lebensereignis ist in den Song „27 kisses“ eingeflossen – ein Song mit einem „dreamy, floaty Sound“.

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„Anlass zu dem Lied war ein One-Night-Stand mit jemandem, der keine große Person in meinem Leben war. Und trotz dieses eigentlich unbedeutsamen Hintergrunds hat dieses Lied einen ganz besonderen Wert für mich“, berichtet Celina. „Ich verbinde beim Singen manchmal ganz andere Dinge mit dem Lied als die, um die es in dem Text geht. Das hat ganz viel mit der Situation zu tun, in der es gespielt wird, und mit dem Feedback des Publikums. Solche Lieder können fast magisch sein, wenn die Zuhörer verraten, dass sie geweint haben, weil sie das Lied so schön fanden“, ergänzt sie. „Friday night“, das dritte Lied auf der EP und zugleich das älteste, erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die sich in einer Bar treffen. In diesem Stück zeigt auch Keyboarder Bobby seine warm klingende Stimme. Es folgt „Moon Eyes“ – das neuste Lied, das von der trügerischen Schönheit blauer Augen handelt – so viel sei verraten.

„Eine Studioproduktion, die das Live-Flair einfangen soll“

Im Herbst vergangenen Jahres hat die Band mit der Planung ihrer EP begonnen. „Wir haben gemeinsam überlegt, welche Tracks wir nehmen möchten und diese dann studiomäßig geprobt. Wir haben viel Verschiedenes ausprobiert und letztendlich ist unsere Wahl auf diese vier Songs gefallen,“ berichtet Drummer David. Bei den zweitägigen Studioaufnahmen in Arnheim war es der Band besonders wichtig, dass sie „den Vibe einfangen und wir so klingen, als würden wir live spielen,“ sagt Luca. Der Bassist hat die Songs mit einem Toningenieur im Epgetip Studio gemischt. Mixingexperiemente gab es einige – diese „wurden aber wieder über Bord geworfen, um der Authentizität des Bandsounds treu zu bleiben.“ Ein weiterer Studiotermin steht im Herbst an, wenn die Band vier weitere Songs einspielen möchte.

„Am meisten fehlt, gemeinsam Musik zu machen“

Zurzeit ist gemeinsames Proben und Musik machen nicht möglich. Und auch die Vorbereitung auf die Prüfungen an der Hochschule, die die vier nun online ablegen müssen, findet unter erschwerten Bedingungen statt. „Ich muss in der nächsten Prüfung ein Opernstück zeigen, das sehr hoch und laut gesungen werden muss. Da fühlen sich die Nachbarn schnell gestört. Der einzige Ort, wo ich das machen kann, ist die Küche“, berichtet Celina. „Was allen Bandmitgliedern fehlt, ist, dass man gemeinsam Musik macht, Konzerte gibt und auf Konzerte gehen kann. Die Interaktion mit den anderen Musikern ist ja im Grunde die Hauptsache dabei, wenn man etwas gemeinsam erschaffen will. Anstatt dass man gemeinsam singt und feiert, ist nun jeder auf der Straße darauf bedacht, sich nicht zu nahe zu kommen und auf Distanz zu bleiben. Ein komisches Gefühl“, fügt sie hinzu. Und Bobby ergänzt: „Auch dieses Gefühl, das im Frühling entsteht, wenn man im Park sitzt und Musik hört, kann man in diesem Jahr nicht erleben.“

„Trotz allem ist man mit Musik sehr gut dran“

Die Musik gibt der Band auch in der schwierigen Zeit Kraft, nach vorne zu schauen. „Mit Musik ist man sehr gut dran. Man kann – wenn auch in einem anderen Rahmen – Musik machen und Musik hören, was einem sehr hilft,“, sagt Celina. „Für viele Menschen transportiert die Musik auch den wichtigen Gedanken, dass wir gemeinsam durchhalten und zusammenhalten. Und dies macht es so wichtig, dass die Musik da ist,“ ergänzt David. Da alle Live-Release-Konzerte abgesagt werden mussten, plant die Band im Moment einen Live-at-home-Videozusammenschnitt, zu dem jedes Bandmitglied einen Teil beisteuert. Auch ein Konzert auf der Online-Plattform „dringeblieben.de“ haben sie ins Auge gefasst, auch wenn das „kein vollständiger Ersatz für Live-Konzerte ist. Denn die bringen immer so viele andere Vibes mit“, sagt Celina. Und so hofft die Band, dass „wir die Krise gemeinsam solidarisch überstehen und die Menschen danach auch wieder große Lust haben, die Konzerte der vier Mangoos zu besuchen. Denn Mangoo ist mit Liebe gemacht. Und die kann man immer und nicht nur in der Krise gebrauchen.

Text: Evelyn Maria Denda

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