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Politik

Mieter am Kartäuserwall 18 – Räumung erstmal ausgesetzt

Mittwoch, 22. Januar 2020 | Text: Judith Levold | Bild: Stefan Rahmann/Judith Levold

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Seit gut einem Jahr schwebt das Damoklesschwert über den langjährigen MieterInnen des Wohngewerbes am Kartäuserwall 18: Sie sollen ´raus, dem Theater der Keller weichen, denn das will ´rein. Für viele mutet das wenig sinnvoll an: Ein Verdrängungs-„Opfer“ bekommt neuen Raum, indem dort andere ebenfalls verdrängt werden?

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Jahrzehntelang leben und arbeiten Maria und sechs andere Mieterinnen in den WohnungPlusGewerbe-Einheiten im rückwärtigen Teil des LEG-Gebäudes am Kartäuserwall 18 – ihre Existenz hängt davon ab „Ich lebe und arbeite hier, ich wüsste gar nicht wohin“ sagt Maria, deren Mietvertrag nach gut 20 Jahren auslief. VOR der Kündigung habe die LEG mit ihr nicht über die Option gesprochen, den Mietvertrag fortzuführen, „Ich bin ja bereit, mehr Miete zu zahlen, nämlich den Preis, den auch das Theater zahlen müsste, um die Räumlichkeiten weiter zu nutzen.“ Aber das habe man ihr und den anderen erst gar nicht angeboten. Zu späterem Zeitpunkt dann habe man ihr allerdings angeboten, doch Untermieterin des Theaters zu werden. „Aber das ist ja kein Angebot“ findet Maria, „Mich erst rausschmeißen, damit ich dann zu schlechteren Konditionen Untermieterin werde.“

Keine Spaltung

Die verbliebenen 7 BewohnerInnen, darunter eine Fahrradwerkstatt und die feministische Selbsthilfeorganisation Assata im Hof, sind sehr unterschiedlich, halten aber als Gruppe zusammen und möchten sich gegen Spaltung wehren: In Gesprächen im vergangenen Spätherbst habe die LEG ihnen schon Vorschläge gemacht, demnach hätten einige der MieterInnen bleiben können, zu preislich guten Konditionen, für andere aber wurden neue Mietverhältnisse in Bayenthal vorgeschlagen. Das lehnte die Gruppe ab, in der Hoffnung, dass Ihnen Politik und Stadt Köln beistehen mögen. Die nämlich hatten gerade erst eine so genannte Milieuschutzsatzung für das Severinsviertel verabschiedet, die zum Ziel hat, eine angestammte Bevölkerungsmischung in Veedeln zu erhalten. Und Mittel in den Haushalt eingestellt, um den Erhalt solcher soziokulturellen Projekte auch fördern zu können, etwa durch Mietkostenzuschüsse.

Hoffen seit Sommer auf Fortführung ihrer Mietverhältnisse: Maria (li.) und MitstreiterInnen

Im Finanzausschuss von Oktober 2019 war ein entsprechender Antrag beschlossen worden und seitdem steht die Stadt mit LEG und den anderen Akteuren im Gespräch. „Die Gemengelage ist komplex“, sagt Brigitta von Bülow, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Rat und kulturpolitische Sprecherin. Denn auch das Theater der Keller sei ja von Gentrifizierung betroffen am alten Standort, und dessen Intendant habe dringendes Interesse daran, mit neuen Nachbarn im Einvernehmen zu leben.

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Man suche also aktuell nach Lösungen, mit denen alle leben könnten, im nicht-öffentlichen Teil des Kulturausschusses am Dienstag, den 28. Januar werde das erneut Thema sein. Die Räumungsaufforderungen, die die Mieterinnen des Kat18 Anfang Januar von der LEG bekamen, sind also erstmal ausgesetzt für die Dauer der Gespräche. Man könne nicht pauschal sagen, die LEG sei die „Böse“ und die MieterInnen die „Guten“, findet von Bülow. Die Interessen seien vielfältig, in den Gesprächen seien Kultur und Finanzen beteiligt, sie würden vom Büro der OB aus geführt, so von Bülow weiter. „Die Stadt spricht“ heißt es dazu von seiten des städtischen Presseamtes, „Mehr sagen wir derzeit nicht, um das zarte Pflänzchen der konstruktiven Gespräche nicht zu beschädigen“, teilte Pressesprecherin Inge Schürmann mit. Es sieht also so aus, als wolle die Stadt einen Kompromiss anstreben, gängiges Verfahren im Miteinander. Setzt allerdings voraus, dass sich alle Beteiligten bewegen und auf Veränderungen und Abstriche von der „reinen Lehre“ einlassen.

Demo der Mieterinnen vom Kat18 – heute erneut um 18h auf dem Chlodwigplatz

Die betroffenen MieterInnen wollen das Thema weiter in die Öffentlichkeit tragen und für ihr Bleiben kämpfen. Für Mittwoch, 22.01.2020 um 18h, haben sie eine Protest-Kundgebung auf dem Chlodwigplatz angemeldet.

Text: Judith Levold

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